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Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

Urban NBS

Städtische Grünstrukturen für biologische Vielfalt – Integrierte Strategien und Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität in Städten

Das Projekt-Team im Bielefelder Erprobungsraum "Grünzug Schlosshofbach". Foto: Michael Hartmann, IÖR
Foto im Grünen mit Menschengruppe, der  Fluss im Hintergrund, rechts unbefestigter Fuß-/Radweg

Problemstellung

Städte tragen eine hohe Verantwortung für den Erhalt und die Förderung von Biodiversität und damit für die lokale Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS). Auch wenn es in vielen Städten Ansätze gibt, Biodiversität zu fördern, fehlt es oft an übergreifenden Strategien, die insbesondere einen gesamtstädtischen Ansatz verfolgen und auch den Innenbereich berücksichtigen. Der aktuelle Kenntnisstand zu urbaner Biodiversität findet noch zu wenig Beachtung in der Praxis. Defizite in der Anwendung und Umsetzung des Wissens zeigen eine Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis auf.

Ziel

Im Rahmen des Projekts sollen allgemeine Handlungsempfehlungen für Kommunen und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der NBS im urbanen Raum entwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Grünstrukturen im dicht bebauten und intensiv genutzten Innenbereich der Städte.

Forschungsfragen des Vorhabens

Wie können kommunale Biodiversitätsstrategien dem Rückgang der biologischen Vielfalt im urbanen Raum entgegenwirken? Wie lassen sich dabei die Herausforderungen der praktischen Umsetzung mit Blick auf gegebenenfalls konkurrierende städtische Nutzungsansprüche beachten und mögliche Defizite hinsichtlich der Eignung und Anwendung des naturschutzfachlichen und planerischen Instrumentariums überwinden? Wie lässt sich die Lücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Umsetzung hinsichtlich urbaner Biodiversität schließen?

Methodik

Aufbauend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur urbanen Biodiversität und zur Rolle von Ökosystemleistungen (ÖSL), einer Analyse planerischer und finanzieller Handlungsmöglichkeiten und des gegenwärtigen Umsetzungsstandes der NBS in Kommunen werden Grundlagen zur Erstellung und zum Monitoring kommunaler Biodiversitätsstrategien erarbeitet. Die drei Forschungspartner treten dabei in einen kontinuierlichen Diskurs mit den beteiligten Praxispartnern, aber auch mit weiteren kommunalen Akteuren. Die beiden Praxispartner (Städte Bielefeld und Heidelberg) erarbeiten gemeinsam mit den Forschungspartnern exemplarisch Eckpunkte für gesamtstädtische Biodiversitätsstrategien und setzen diese in Form konkreter Maßnahmen in Erprobungsräumen um. Die Umsetzungsmaßnahmen ebenso wie die Entwicklung von Biodiversitätsstrategien werden von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit zur Akzeptanzbildung und Integration wichtiger Akteure flankiert. Aus den Erfahrungen der Projektpartnerstädte und weiterer Städte aus dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ sollen Leitlinien entwickelt werden, die auch andere Städte dabei unterstützen, kommunale Biodiversitätsstrategien zu entwickeln.

Angestrebte Ergebnisse

Wesentliche Ergebnisse werden Leitlinien zur Erstellung kommunaler Biodiversitätsstrategien sein, die bundesweit auch anderen Städten in Form einer Broschüre zur Verfügung gestellt werden. Die beiden Umsetzungspartner, die Städte Bielefeld und Heidelberg, werden exemplarisch Eckpunkte für ihre jeweiligen kommunalen Biodiversitätsstrategien erarbeiten und in Erprobungsräumen konkrete Maßnahmen umsetzen.

Gemeinsam gefördert durch BMUB/BfN und BMBF


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Laufzeit

06/2015 – 05/2019


Ansprechpartnerin

Dr. rer. nat. Juliane Mathey
Tel. +49 (0)351 46 79 231
J.Mathey[im]ioer.de


Kooperationen

Institut Wohnen und Umwelt Darmstadt (IWU)

Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH), Bundesgeschäftsstelle Radolfzell, Bereich Kommunaler Umweltschutz

Stadt Bielefeld, Umweltamt, Abt. Landschaft, Gewässer, Naturschutz

Stadt Heidelberg, Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie, Natur- und Landschaftsschutz


© Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.