Nachhaltigkeitsmanagement und Umweltleitlinien

Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft nimmt das IÖR nicht nur durch seine Forschung, sondern im gesamten Arbeitsprozess und in der betrieblichen Organisation wahr. Der Leitgedanke einer nachhaltigen Entwicklung ist in unserem Institutsleitbild und in allen Strukturen und Abläufen unserer Arbeit fest verankert.

Wir sind bestrebt, die mit unserer Tätigkeit verbundenen Umweltauswirkungen auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren und den betrieblichen Umwelt- und Ressourcenschutz weiter zu verbessern. Das Institutsgebäude in Dresden ist aufgrund der Einbindung erneuerbarer Energien und der sanierten Gebäudehülle im Gebäudebetrieb klimaneutral. Wir orientieren uns zudem an Prinzipien einer nachhaltigen Mobilität, den Grundsätzen digitaler Nachhaltigkeit und Bestrebungen einer grünen IT – etwa durch den Einsatz hochwertiger und langlebiger Technik sowie das Gebot der Datensparsamkeit. Die Kosten-Leistungsrechnung und Programmbudgets tragen zur Transparenz der Mittelbewirtschaftung bei.

Das IÖR ist dem Leitbild Nachhaltigkeit der Leibniz-Gemeinschaft verpflichtet. Seit vielen Jahren besteht ein Umweltteam, das, aufbauend auf der Beteiligung des IÖR am Ökoprofit-Projekt, regelmäßig Gebäudedaten erfasst, den Fortschritt der gesteckten Ziele bewertet, neue Impulse setzt sowie Maßnahmen und Fragen des Umwelt- und Nachhaltigkeits­managements koordiniert und dafür sensibilisiert. Zur Strukturierung und Weiterentwick­lung seiner Aufgaben auf diesem Gebiet orientiert sich das IÖR am Leitfaden Nachhaltigkeit (LeNa) zum Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Das Institut engagiert sich zudem im Arbeitskreis Nachhaltigkeitsmanagement der Leibniz-Gemeinschaft.

Beispiele

Gebäude und Außenanlagen – Sanierung und Gestaltung nach Umweltstandards

Baulich bietet das IÖR beste Voraussetzungen für umweltgerechtes Arbeiten: Das Institutsgebäude aus den 1970ern wurde vor einigen Jahren schrittweise energetisch saniert. Der neue Anbau entstand mit hohen Umweltstandards. Dafür erhielt das IÖR in der Kategorie "Modernisierung" den GreenBuilding Award der Europäischen Kommission. Im Zuge der Sanierung wurden die Außenanlagen des IÖR nach ökologischen Standards – insektenfreundlich, bewässerungsarm, pflegeleicht – umgestaltet. Ein Teil des Gebäudedaches wurde, wo dies statisch möglich ist, begrünt. Auf Eigeninitiative aus der Belegschaft konnte außerdem ein Rasenstück in eine Blühwiese umgestaltet werden. Sie wird von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gepflegt.

Klimaneutral im Betrieb – Photovoltaik, Ökostrom, Fernwärme

Klimaschutz erfolgt vor Ort: Durch den Einsatz einer Photovoltaikanlage mit 38,5 kWp Bruttoleistung auf dem Dach des Institutsgebäudes sowie durch zertifizierten Ökostrom und Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung trägt das IÖR zur Ressourcenschonung bei und kann den Energiebedarf des Gebäudes aus erneuerbaren Energien abdecken. Das Institutsgebäude ist dadurch und aufgrund der sanierten Gebäudehülle im Gebäudebetrieb klimaneutral. Informationen zum Energieverbrauch und der Leistung der Solaranlage werden laufend im Institut bereitgestellt.

Nachhaltige Beschaffung und Grüne IT – Langlebigkeit und Kreislaufwirtschaft

Umwelt- und Sicherheitsperspektiven werden bei allen betrieblichen Aspekten im IÖR, von der Beschaffung über Ge- und Verbrauch bis hin zum Recycling oder der fachgerechten Entsorgung berücksichtigt. Dies betrifft die Büroausstattung, Büro- und Reinigungsmittel und natürlich auch die eingesetzte Technik. Die IT-Infrastruktur des IÖR muss den neuesten Anforderungen genügen. Das schließt eine nachhaltigkeitsorientierte Beschaffung nicht aus. Wir achten daher auf einen langen Lebenszyklus unserer Technik – hochwertig, stromsparend, langlebig, aufrüstbar. Um zur Ressourcenschonung beizutragen, wird im Serverbereich nach Möglichkeit wiederaufbereitete Technik und Virtualisierung verwendet. Nicht mehr im Institut nutzbare Technik wird an die Belegschaft oder Vereine abgegeben. Durch eine zentrale Ausleihe muss insgesamt weniger Technik beschafft werden.

Weniger Ressourcen – Vom Recyclingpapier zum digitalen Büro

Der Umstieg auf Recyclingpapier war für das IÖR bereits vor vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit. Für dieses Engagement wurde das IÖR von der Initiative „Pro Recyclingpapier“ ausgezeichnet. Unseren Newsletter haben wir auf eine elektronische Variante umgestellt – das spart nicht nur Papier und Druckkosten, sondern auch Emissionen, die zuvor durch den postalischen Versand entstanden waren. Bei Produkten, die extern in Druckereien hergestellt werden, tragen die Druckpapiere den Blauen Engel. Dies war aber erst ein Anfang, denn die Zukunft liegt in einem möglichst papierlosen, digitalen Büro. Verwaltungsvorgänge werden daher schrittweise digitalisiert. Doch auch dabei ist Sparsamkeit gefragt. Es gilt, nur so viele digitale Ressourcen wie nötig zu verwenden. Durch organisatorische Maßnahmen verlangsamen wir das Wachstum unseres Datenbestands.

Nachhaltige Mobilität – Reisen vermeiden, umweltverträgliche Verkehrsmittel nutzen

Viele Reisen stellen eine Belastung für die Umwelt dar. Daher wird jede Dienstreise des IÖR auf Notwendigkeit und Vermeidbarkeit geprüft. Reisen lassen sich häufig durch den Einsatz von Kommunikationstechnologien vermeiden – das IÖR hat in eine entsprechende Videokonferenz-Technik investiert. Sollte dies nicht möglich sein, sind umweltverträgliche Verkehrsmittel erste Wahl. Flugreisen müssen strategischen Zielen, vor allem der internationalen wissenschaftlichen Vernetzung, dienen. Dabei setzen wir uns für eine Anpassung des gesetzlichen Rahmens ein, um Treibhausgasemissionen unvermeidbarer Reisen zu kompensieren. Eine nachhaltige Mobilität vor Ort fördern wir durch die Bereitstellung des Jobtickets sowie durch den Einsatz eines Dienstfahrrades und Ladestationen für E-Bikes.

Monitoring von Verbrauchsdaten – Grundlage für weitere Verbesserungen

Wichtige Verbrauchsdaten (u. a. Strom, Wasser, Fernwärme) hat das IÖR immer kritisch im Blick. Die Energieeffizienz ist ein wichtiges Kriterium bei der Anschaffung neuer Server, Computer, Monitore und anderer technischer Geräte. Die über Monitoring stetig erfassten Gebäudedaten werden für hausinterne Energie- und Klimawirkungsbilanzierungen verwendet. Zusätzlich werden auch Ressourcenströme wie Abfall und Grünschnitt erfasst, um den Institutsbetrieb langfristig noch effizienter zu gestalten. 

Gemeinsam aktiv für die Umwelt – Nachhaltigkeit lebt vom Mittun

Nachhaltigkeitsmanagement braucht Information und lebt vom Mittun. Nachhaltigkeitstage fangen die Anregungen aller interessierten Beschäftigten ein. Für die Institutsleitung hat ein nachhaltiger Betrieb oberste Priorität. Unser Umweltteam informiert regelmäßig im Intranet und auf Institutsversamm­lungen über Maßnahmen und Erfolge zu den Themenfeldern Abfalltrennung, Ressourcenverbrauch, Mobilitätsmanagement und ökologische Gestaltung der Außenanlagen. Verbrauchs­zahlen werden transparent gemacht. Damit werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter für Fragen des Umwelt- und Ressourcenschutzes sensibilisiert.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.