STRIMA

Sächsisch-Tschechisches Hochwasserrisikomanagement

STRIMA-DD - Anwendung und Überprüfung eines Schadenserfassungssystems auf kommunaler Ebene am Beispiel der Landeshauptstadt Dresden – Analyse und Schlussfolgerungen

Hintergrund
Belastbare Schadensabschätzungen für abgelaufene sowie zuverlässige Schadensprognosen für zukünftige Hochwasserereignisse bilden eine wesentliche Grundlage für das Management von Hochwasserrisiken. Als Beitrag für das EU Ziel 3 / Cíl 3 - Projekt Sächsisch-Tschechisches Hochwasserrisikomanagement (STRIMA) war auf kommunaler Ebene am Beispiel der Landeshauptstadt Dresden ein Modul zur Erfassung hochwasserbedingter Schäden an Gebäuden methodisch zu beschreiben, zu testen und zu überprüfen. Dieses Modul stellt eine wesentliche Komponente für ein ganzheitliches Informationssystem zu hochwasserinduzierten Gebäudeschäden dar.

Untersuchungsansatz
Der Beitrag des IÖR thematisierte in diesem Zusammenhang die Identifizierung und die Reduktion von Unsicherheiten bei der Simulation von Hochwasserschäden durch die Erhebung zusätzlicher schadensrelevanter Gebäudeparameter. Dabei galt es, diese Parameter in einen bereits national und international erprobten Ansatz zu integrieren, welcher die Charakterisierung der Verletzbarkeit auf der Basis von Gebäudetypen ermöglicht. Der verwendete Ansatz zielte dabei auf die Ableitung von Schadensfunktionen ab, welche durch gebietsspezifische Untersuchungen, ein ingenieurgemäßes Vorgehen sowie stufenweise ermittelte und reproduzierbare Wiederherstellungskosten gekennzeichnet sind.

Ergebnisse
Das Modul mit der erweiterten Methodik konnte an verschiedenen räumlichen Brennpunkten der Überflutungsgefährdung in der Landeshauptstadt Dresden angewendet werden. Dabei wurde erstmals die Einbindung objektspezifischer Parameter realisiert und eine zielgerichtete, individuelle Anpassung von Schadensfunktionen getestet. Auf diese Weise konnten wesentliche Grundlagen zur Informationsbereitstellung und zur Beratung von Betroffenen geschaffen werden, die wertvolle Anhaltspunkte für eine Ersteinschätzung der Verletzbarkeit und für die Ableitung geeigneter Vorsorgekonzepte liefern.

Veröffentlichung
Naumann, Thomas; Golz, Sebastian; Schinke, Reinhard: Parametrisierte synthetische Schadensfunktionen zur Abschätzung hochwasserinduzierter Gebäudeschäden; In: WasserWirtschaft (2015) 9, S.28-32; DOI: 10.1007/s35147-015-0575-2

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.