Forschungsbereich: Umweltrisiken in der Stadt- und Regionalentwicklung

Entsiegelungspotenziale

Bessere Nutzung von Entsiegelungspotenzialen zur Wiederherstellung von Bodenfunktionen und zur Klimaanpassung

Problemstellung
Der Erhalt natürlichen Bodens mitsamt all seinen Funktionen ist für eine nachhaltige Entwicklung unabdingbar. Böden sind zentral für das Überleben der Menschheit und den Erhalt der Biodiversität. Sie tragen zur Versickerung von Regenwasser bei und unterstützen dessen Verdunstung. Letztere ist sowohl für die Kühlung des (urbanen) Klimas als auch die Steigerung der Luftfeuchtigkeit von Bedeutung. Die zunehmende Versiegelung von Flächen im Zuge der Urbanisierung und Industrialisierung führt zu einer nachteiligen Veränderung der Beschaffenheit der Böden. Durch Entsiegelung kann diesen negativen Effekten entgegengewirkt werden. Es ist daher notwendig, Maßnahmen zur Entsiegelung zu treffen, die darauf abzielen, eine Wiederherstellung von Bodenfunktionen und Anpassung an den Klimawandel zu bewirken.

In Deutschland gibt es bereits einige bodenschutzrechtliche Vorschriften, die eine Entsiegelung von Boden gebieten. So ist in § 5 des Bundesbodenschutzgesetzes (BBodSchG) explizit ein Entsiegelungsgebot verankert. Auch in anderen Gesetzen wie dem Baugesetzbuch (BauGB), Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sind Vorschriften zur Förderung der Entsiegelung enthalten. Hinzu kommen Instrumente, die finanzielle Anreize zur Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen setzen. Allerdings kommen diese Vorschriften und Instrumente in der Praxis nur eingeschränkt zum Tragen. Die Gründe hierfür sind an Hand einer Analyse der rechtlichen Vorgaben und mittels Experteninterviews zum praktischen Vollzug zu untersuchen und dienen als Grundlage für Vorschläge zur Weiterentwicklung des gesetzlichen und förderrechtlichen Instrumentariums.

Ziele
Das übergeordnete Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung bestehender Entsiegelungspotenziale sowie die Analyse der bestehenden Rechtsvorschriften und weiterer Instrumenten zur Förderung von Entsiegelungsmaßnahmen, um auf dieser Grundlage Verbesserungsvorschläge für eine Optimierung des rechtlichen Rahmens auszuarbeiten und zu unterbreiten.

Methodik
Die Auswertung der bestehenden Rechtsgrundlagen erfolgt unter Anwendung der üblichen rechtswissenschaftlichen Methoden zur Analyse des geltenden Rechts unter Berücksichtigung einschlägiger Literatur (Kommentare, Aufsätze, Monografien) und Rechtsprechung. Konkret wird dabei jeweils geprüft, inwieweit Entsiegelungsmaßnahmen durch diese Vorschriften jeweils gefordert, unterstützt oder erschwert werden. Zudem werden Fragebogen-gestützte Interviews mit Behörden- und weiteren Praxisvertretern zu Erfahrungen mit der praktischen Anwendung der Vorschriften geführt.

www.ioer.de

Laufzeit

02/2020 – 01/2021



Finanzierung

Umweltbundesamt (UBA)


Partner

  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ), Department Ökonomie, Leipzig (Lead);
  • STADTLAND GmbH, Leipzig