Strukturwandel Lausitz: Brandenburger Werkstatt-Prozess analysiert

Im brandenburgischen Teil der Lausitz fungiert die Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) als regionale Strukturentwicklungsgesellschaft. Sie nimmt eine zentrale Rolle bei der Vergabe der Fördermittel ein, die der Bund gemäß Strukturstärkungsgesetz für den Strukturwandel in der Region zur Verfügung stellt. Um die Fördermittel bestmöglich einzusetzen und geeignete Projekte zu finanzieren, hat die WRL mit dem Werkstattprozess und den fünf thematischen Werkstätten eine komplexe Arbeitsstruktur geschaffen. Die Aufgabe der fünf thematischen Werkstätten ist es, aus einer Vielzahl vorgeschlagener Projekte diejenigen auszuwählen, die am besten geeignet sind, den Strukturwandel in der brandenburgischen Lausitz voranzubringen. Die Projektvorschläge werden begutachtet, weiter qualifiziert und bei Eignung der brandenburgischen Staatsregierung zur Förderung empfohlen.

Die Gründungsphase und die ersten Arbeitssitzungen der verschiedenen Werkstätten hat das IÖR genauer untersucht. Die Forschenden haben an den Treffen der Werkstattgruppen beobachtend teilgenommen, Sitzungsprotokolle ausgewertet und mit Beteiligten zu einzelnen Aspekten des Prozesses gesprochen. So ist ein detailliertes Bild des Werkstattprozesses und der Arbeit der einzelnen Fachwerkstätten entstanden. Die Ergebnisse der Analyse hat das Projektteam nun im Policy Brief "Strukturwandel im Werkstattmodus – Analysen zum Arbeitsverfahren der brandenburgischen Werkstätten der Wirtschaftsregion Lausitz“ zusammengefasst.

Das Papier zeichnet nach, welche Fragen hinsichtlich der Prozessorganisation in der Findungsphase der fünf Werkstätten eine Rolle spielten und welche einzelnen Positionen dazu diskutiert wurden. "Die Konsolidierung der Werkstätten ist im Moment noch nicht abgeschlossen. Die Gruppen sind dabei, den für sie am besten geeigneten Arbeitsmodus festzulegen. Es gibt also noch Spielraum, das eine oder andere Detail für das weitere Vorgehen anzupassen", erläutert Dr. Sebastian Heer, Autor des Policy Brief. Diesen Lernprozess möchte das Projektteam mit der nun veröffentlichten Analyse unterstützen. "Hinzu kommt, dass es sich beim Lausitzer Strukturwandel um einen länderübergreifenden Prozess handelt. Die Herausforderungen in Brandenburg und Sachsen sind vergleichbar. Insofern könnte unsere Analyse des brandenburgischen Werkstattansatzes auch relevant für den Strukturwandelprozess in Sachsen sein und einen länderübergreifenden Erfahrungsaustauch anregen", so Sebastian Heer.

Download
Heer, Sebastian
"Strukturwandel im Werkstattmodus. Analysen zum Arbeitsverfahren der brandenburgischen Werkstätten der Wirtschaftsregion Lausitz"
IZS Policy Briefs Nr. 7

DOI: doi.org/10.26084/sh85-z662

Kontakt im IÖR/IZS
Prof. Dr. Robert Knippschild, R.Knippschildioer@ioer.de
Dr. Sebastian Heer, S.Heerioer@ioer.de

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Hintergrund
Im Projekt "Wissenschaftliche Begleitung der Transformation in der Lausitz" untersucht das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), vertreten durch das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau (IZS) in Görlitz, die Herausforderungen und Potenziale des Strukturwandels für die Zukunft der Region. Hierbei werden auf wissenschaftlicher Basis Vorschläge für die Organisation einer gelingenden Transformation erarbeitet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis September 2022 gefördert.
Internetseite des Projektes

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