Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
Kooperation in Grenzregionen – Delegation aus Südamerika informiert sich im IÖR

- Gäste aus Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Peru trafen sich zum Erfahrungsaustausch mit Wissenschaftlern des IÖR. (Foto: S. Tramsen/IÖR)
Wie kann die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg funktionieren? Diese Frage stellt sich nicht nur für deutsche Grenzregionen. Auch die Länder Südamerikas wollen näher zusammenrücken. Um von den Erfahrungen in Europa zu lernen, bereisten Vertreter der Andenstaaten Deutschland und seine Nachbarstaaten. Dabei machten sie auch im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) halt.
Ob der Schutz vor Hochwasser und anderen Umweltrisiken, die Anpassung an den Klimawandel, der Naturschutz oder die Bereitstellung von Geodaten – die Bereiche, in denen die Kooperation über Ländergrenzen hinweg eine Rolle spielt, sind vielfältig. Wichtiger noch: Die Fragen, die sich daran knüpfen, sind in Europa keine anderen als in den Staaten Südamerikas.
Dies zeigte der Besuch einer Delegation von Vertreter aus verschiedenen Staaten Lateinamerikas im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung. Bürgermeister, Mitarbeiter der Außenministerien von Bolivien und Peru sowie Vertreter des Sekretariats der Andengemeinschaft bereisten die Regionen entlang der deutschen Grenze, um sich ein Bild von den Kooperationen vor Ort zu machen. Denn auch in Südamerika wächst das Interesse an grenzüberschreitender Zusammenarbeit, um das Zusammenwachsen von Städten und Wirtschaftsräumen über Ländergrenzen hinweg zu fördern.
Im IÖR erfuhren die Teilnehmer, welche Rolle die Wissenschaft bei grenzüberschreitenden Kooperationen spielt und welche Herausforderungen die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Vertretern der Praxis im Bereich der Raumentwicklung mit sich bringt. Das IÖR hat bereits zahlreiche Projekte mit Partnern aus Tschechien und Polen koordiniert und wissenschaftlich begleitet, darunter Projekte zum grenzüberschreitenden Naturschutz, Risiko- oder Landschaftsmanagement. „Die Erfahrungen, die wir dabei gemacht haben, geben wir natürlich gern weiter", erklärt Professor Bernhard Müller, Direktor des IÖR. "Da wir international auch intensiv mit Partnern in Lateinamerika zusammenarbeiten, war dieses Treffen von besonderer Bedeutung für uns."
Initiiert und organisiert wurde der Erfahrungsaustausch von der Europäischen Kommission und der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG).
Ansprechpartner im IÖR:
Prof. Dr. Bernhard Müller, Telefon: (0351) 46 79-211, E-Mail: B.Mueller[im]ioer.de
Andreas Otto, Telefon: (0351) 46 79-278, E-Mail: A.Otto[im]ioer.de
Klimawandel als regionale Herausforderung weltweit – Internationale Konferenz in Dresden

- Extremes Niedrigwasser der Elbe 2011 in Dresden – durch den Klimawandel könnten sich diese Extreme künftig häufen. (Foto: Heike Hensel/IÖR)
Weltweit gilt der Klimawandel als eine der großen Herausforderungen der Menschheit. Seine Folgen unterscheiden sich regional jedoch stark. Die internationale Konferenz "Climate Change and Regional Response 2013 (CCRR-2013)" widmet sich Ende Mai in Dresden diesem Thema. Organisiert wird sie durch das interdisziplinäre Projekt REGKLAM (Regionales Klimaanpassungsprogramm für die Modellregion Dresden) unter Leitung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR).
Seit 2005 entwickeln zahlreiche regionale Akteure unter dem Dach von REGKLAM gemeinsam ein Klimaanpassungsprogramm für Dresden und sein Umland. Im Rahmen des Projektes findet nun auch ein internationaler Austausch statt. Rund 180 Teilnehmer von allen fünf Kontinenten werden zu der Konferenz "Climate Change and Regional Response 2013 – Impacts and adaptation strategies for public, commercial and private actors (CCRR-2013)" nach Dresden kommen. Sie findet statt
vom 27. bis 29. Mai 2013
im Hotel The WESTIN BELLEVUE Dresden
Große Meißner Straße 15, 01097 Dresden
Die Teilnehmer werden aktuelle nationale und internationale Forschungsergebnisse zum Klimawandel ebenso diskutieren wie künftige Entwicklungen und zu erwartende Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch zu Möglichkeiten der regionalen Anpassung an den Klimawandel.
"Regional sind die Folgen des sich verändernden Klimas sehr verschieden. Aber die große Resonanz auf unsere Konferenz zeigt: Die Anpassung an den Klimawandel ist weltweit ein wichtiges Thema", erklärt Professor Bernhard Müller, Direktor des IÖR und Projektleiter von REGKLAM.
Die geplanten 13 Workshops der Konferenz spiegeln die Bandbreite der vom Klimawandel betroffenen Handlungsfelder wider: Regional- und Stadtplanung, grüne Infrastruktur und Gebäude in Kommunen, Wasserhaushalt, Luftqualität, Land-, Forst- und gewerbliche Wirtschaft sowie Naturschutz. Auch Herausforderungen, die sich bei der Erarbeitung regionaler Klimaszenarien und bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen ergeben, werden thematisiert. Nachwuchswissenschaftler haben außerdem in einem "Young Researchers Forum" die Möglichkeit, ihre Arbeiten zum regionalen Klimawandel und seinen Folgen aus Perspektive unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen vorzustellen.
Exkursionen nach Dresden-Gorbitz und in das Erzgebirge zeigen Beispiele der Anpassung an den Klimawandel in der REGKLAM-Modellregion.
Weitere Informationen: www.ccrr-2013.de
Ansprechpartner im IÖR:
Alfred Olfert, Telefon (0351) 46 79-292, E-Mail: A.Olfert[im]ioer.de
Wir über uns - IÖR
Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung ist eine raumwissenschaftliche Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft. Wir erarbeiten wissenschaftliche Grundlagen für eine dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Städten und Regionen im nationalen und internationalen Zusammenhang. Die Ausrichtung der Forschung zielt auf Antworten für ökologische Fragen nachhaltiger Entwicklung.
Wir erforschen Wechselwirkungen zwischen der natürlichen Umwelt und der Gesellschaft sowie damit verbundene Optionen der Steuerung. Auf der Grundlage unserer Erkenntnisse beraten wir Politik und Gesellschaft. Unsere Motivation ist es, durch innovative Forschung und Beratung zur Vereinbarkeit von menschlichem Handeln und der Entwicklung der natürlichen Umwelt beizutragen, um Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern.
Wir legen großen Wert auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wir fördern die Gleichstellung von Frauen und Männern und setzen uns bewusst für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Für seine Aktivitäten in diesem Bereich wurde das IÖR mit dem Prädikat TOTAL-E-QUALITY ausgezeichnet.
