50 Jahre Bundesnaturschutzgesetz
Naturschutz im Spannungsfeld von Regression und Transformation

Vor 50 Jahren wurde das Bundesnaturschutzgesetz in Deutschland eingeführt. Damit verbunden war ein stärker gesamträumliches Verständnis von Naturschutz. Wertgeschätzt wurden nun nicht mehr nur Natur(schutz)landschaften, sondern auch Kulturlandschaften bis hin zum Übergang von Stadt und Land. Ein zentrales Element des Gesetzes wurde die Eingriffs-Ausgleichsregelung. Unvermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft an einer Stelle müssen durch gleichwertige Aufwertungen an anderer Stelle ausgeglichen werden.
In den Folgejahren nach Einführung wurde das Gesetz auch in den neuen Bundesländern eingeführt und es kamen neue Anforderungen durch europäische Schutzgebietselemente (z.B. durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) hinzu. Heutzutage entstehen wiederum neue Herausforderungen durch die europaweite Wiederherstellung von Natur und Ökosystemen.
All diese Bemühungen zeigen durchaus Erfolge. Dennoch ist Arten-, Biodiversitäts- und Lebensraumverlust immer noch nicht gestoppt. Hinzu kommt, dass die Eingriffs-Ausgleichsregelung von politischer Seite derzeit unter Druck gerät. Die Herbstreihe des IÖR-Forum beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven Errungenschaften und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Bundesnaturschutzgesetz.
Die Reihe startet am 10. September (14 Uhr) mit einem Vortrag von Prof. Dr. Marianne Darbi von der Hochschule Geisenheim University. Sie spricht über Ausgleichsflächen bei Verkehrsinfrastrukturprojekten im Lichte von Klima- und Landschaftswandel.
Am 9. Oktober folgt Prof. Dr. Jürgen Breuste, Senior Professor an der Universität Hildesheim. Er berichtet aus seiner langjährigen Arbeit als Stadtökologe und als Vorsitzender der internationalen Society for Urban Ecology (SURE).
Um den Zusammenhang zwischen Straßenbau und Streuobstwiesen geht es am 11. November. Gast ist Ralf Kiontke von der Autobahn GmbH.
Weitere Veranstaltungen sind in Planung.
Sep
10.
IÖR-Forum
50 Jahre Eingriffsregelung im Bundesnaturschutzgesetz – Erfolge und Herausforderungen im Lichte des Klimawandels
Referentin: Prof. Dr. Marianne Darbi (Hochschule Geisenheim University)
Input IÖR: Erfolge und Herausforderungen im Lichte der Beschleunigungsdebatte | Prof. Dr. Juliane Albrecht
Projekt: BioAusgleich
Zeit: 14 bis 15.30 Uhr
Ort: IÖR-Saal & online
Okt
09.
IÖR-Forum
Herbert Sukopp Lecture of the Society of Urban Ecology: Urban Nature Conservation – What and how do we protect?
Referent: Prof. Dr. Jürgen Breuste (Universität Hildesheim)
Input IÖR: From ecological knowledge to adopted ecological urban-regional policies: The Multiple Streams Framework | Dr. Gerd Lintz
Projekt: FreiraumpolitikMSA
Zeit: 14 bis 15.30 Uhr
Ort: IÖR-Saal & online
Sprache: Englisch
Nov
11.
IÖR-Forum
Obstwiesenschutz, -pflege und -entwicklung im Straßenbau als Form der Kompensation von Eingriffen in den Naturhaushalt – Erfolge und Herausforderungen im Kontext des 50-jährigen Bundesnaturschutzgesetzes
Referent: Ralf Kiontke (Autobahn GmbH)
Input IÖR: Obstlandschaften für Klimaschutz und Biodiversität | Sophie Meier
Projekt: OKliBio
Zeit: 14 bis 15.30 Uhr
Ort: IÖR-Saal
Nov
25.
IÖR-Forum
Urban Greenlash: Understanding the phenomenon and developing responses
Keynote: Catarina Heeckt (London School of Economics and Political Science)
Podium / Panellists: Florian Wendler (BUND), Wolfgang Deppe (Bündnis 90/Die Grünen)
Moderation: Neelakshi Joshi (IÖR)
Zeit: 18 Uhr
Ort: Zentrum für Baukultur Sachsen (im Kulturpalast, Dresden)
Sprache: Englisch