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IÖR Texte

Nr. 160

Wohnen im Alter 60+

Ergebnisse einer Befragung in der Stadt Döbeln

Juliane Banse, Martina Möbius, Clemens Deilmann

Bis zum Jahr 2050 wird voraussichtlich bei insgesamt rückläufiger Bevölkerung die Zahl der 60-Jährigen und Älteren in Deutschland steigen, besonders in Ostdeutschland. Die Zahl der über 75-Jährigen wird sich verdoppeln. Die am meisten verbreitete Wohnform – das selbständige Wohnen zur Miete in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus – wird von der Mehrzahl der Älteren auch im höheren Alter gewünscht und ermöglicht die weitere Nutzung eines häufig nicht mehr knappen Wohnungsbestandes. Wohnungswechsel werden mit zunehmendem Lebensalter seltener angestrebt. Allerdings können sich aufgrund unangepasster Wohnungsausstattungen Nutzungseinschränkungen für ältere Menschen ergeben, die das eigenständige Wohnen erschweren bzw. verhindern. So wird es immer wichtiger, die Bedürfnisse der Älteren an Wohnung und Wohnumfeld zu kennen und durch Umbau und Anpassung des Wohnungsbestandes und des Wohnumfeldes zu berücksichtigen. Wie die heute 60-Jährigen und Älteren wohnen und ihre Wohnsituation beurteilen, ist Gegenstand von zwei Befragungen im Rahmen eines Forschungsprojektes am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR). Ziel der Untersuchungen ist es, die Implikationen für die Wohnungsnachfrage und die Anforderungen an den Wohnungsbestand, die mit einer älter werdenden Bevölkerung verbunden sind, zu bestimmen.

In Analogie zu einer Befragung in der sächsischen Großstadt Dresden im Jahr 2007 wurde 2009 in Döbeln, einer kleinen sächsischen Mittelstadt mit rund 21 Tausend Einwohnern, eine Befragung durchgeführt, die an 1.300 Ältere (60 bis 95 Jahre, nachfolgend auch Ältere 60+ genannt) gerichtet war. Von denen haben sich 440 Befragte u. a. zu ihrer gegenwärtigen Wohnsituation, zu Umzugsabsichten und zu bevorzugten Wohnformen für das Alter geäußert. Die Ergebnisse stehen für ostdeutsche Städte mit gemischter Baualtersstruktur der Wohnungen in der entsprechenden Gemeindegrößenklasse. Ausgewählte Befragungsergebnisse für Döbeln werden nachfolgend dargestellt und mit den Befragungsergebnissen in Dresden verglichen bzw. Besonderheiten abgehoben. Dabei geht es im Kapitel 1 um das Befragungsdesign, die Altersstruktur und Haushaltskonstellationen, den höchsten beruflichen Abschluss, die Einkommensquellen und das Einkommen sowie die Wohnrechtsformen der Älteren 60+. Im Kapitel 2 wird die Zufriedenheit mit der Wohnung und dem Wohnumfeld betrachtet. Kapitel 3 richtet den Blick auf die Wohndauern bzw. die Umzugsmobilität und zeigt, in welcher Art von Wohngebäude die Älteren 60+ bevorzugt wohnen bzw. ab 1995 eingezogen sind. Die Kapitel 4 und 5 beschäftigen sich mit der Wohnungsgröße und der Wohnungsausstattung, wobei der Fokus auf das selbständige Wohnen in altengerechten und seniorenfreundlichen Wohnungen gerichtet ist. Die Größe und Ausstattung der bewohnten Wohnungen werden durch die Älteren 60+ beurteilt und mit den vorhandenen Wohnungsgrößen in der Stadt verglichen. Im Kapitel 6 geht es um die Umzugsabsichten der Älteren 60+, um die Akzeptanz verschiedener Formen altengerechten Wohnens und um bestimmte Ansprüche an das Wohngebäude, das Wohnumfeld sowie an Service und Dienstleistungen im Alter. In Kapitel 7 wird die Höhe der Nettokaltmieten je Quadratmeter Wohnfläche betrachtet und die Gesamtmietbelastung der Mieter sowie die Gesamtwohnkostenbelastung der Hauseigentümer diskutiert. Eine Einschätzung der Befragten, wie sie mit dem verbleibenden Einkommen leben können, charakterisiert die selbstempfundene finanzielle Situation der Älteren 60+. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse der Befragung zusammen, mit Hinweisen zu den Spezifika einer kleinen sächsischen Mittelstadt im Vergleich zu einer sächsischen Großstadt.

 

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Dresden, Juli 2010

 

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