IÖR Schriften

Nr. 32

Sanierung und Entwicklung in Ostdeutschland - regionale Strategien auf dem Prüfstand

Rainer Danielzyk, Bernhard Müller, Axel Priebs, Peter Wirth (Hrsg.)

Ein Jahrzehnt nach der deutschen Vereinigung ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu Strategien der Regionalentwicklung in Ostdeutschland zu ziehen. Es kann ohne weiteres festgestellt werden, dass die ostdeutschen Bundesländer zu einem "Experimentierfeld" für regionale Entwicklungsansätze geworden sind. Einerseits ist zu beobachten, dass bewährte Strategien eine Renaissance erleben, andererseits werden auch neue Instrumente der Regionalentwicklung erprobt. Gleichzeitig findet, gewissermaßen im "Hinterzimmer der regionalen Entwicklungslabors", eine Diskussion um die Neubestimmung der Rolle der Regionalplanung, die Etablierung von regionalen Managementstrukturen und eine neue Planungskultur insgesamt statt. Das alles vollzieht sich bei einem rasch verlaufenden Strukturwandel, der zunächst vom Zusammenbruch nicht marktgerechter "alter" Strukturelemente geprägt war und sich jetzt zunehmend zu einem Wettbewerb der Regionen entwickelt. Unverkennbar ist dabei der Trend, dass sich positive Entwicklungen stark auf die großstädtischen Räume konzentrieren, während klein- und mittelstädtisch geprägte altindustrialisierte Regionen und ländlich-periphere Gebiete zurückzubleiben scheinen.

Die Strategien, die verfolgt werden, lassen sich "idealtypisch" in einem Spektrum zwischen zwei Polen einordnen: Auf der einen Seite stehen die eher auf einzelne Großprojekte setzenden Vorgehensweisen, auf der anderen eher kleinteilig orientierte Sanierungs- und Entwicklungsansätze. Von dieser Dichotomie ging die Tagung "Sanierung und Entwicklung in Ostdeutschland - regionale Strategien auf dem Prüfstand" aus, die am 09./10. Oktober 1998 in Dresden stattfand.

Im nun vorliegenden Tagungsband sind die wichtigsten Einzelbeiträge der Tagung enthalten. Zunächst werden grundlegende Positionen von Vertretern der Landespolitik (Benedict), der Wirtschaft (Schulz-Drost) und der Wissenschaft (Genosko) vorgestellt. Um vorschnelle Verallgemeinerungen zu vermeiden, wird anschließend der Vergleich der Strategien für drei Gebietstypen durchgeführt: Bergbaufolgelandschaften, alte Industrieregionen und ländliche Räume. Auch wenn kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden kann, wird abschließend der Versuch unternommen, die Ansätze zu systematisieren und hinsichtlich ihrer Erfolgsaussichten kritisch unter die Lupe zu nehmen. Da ein Kriterienkatalog nicht vorliegt, kann die vergleichende Betrachtung der Strategien nur synoptisch erfolgen.

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Bibliogr. Angaben

IÖR-Schriften Band 32
Dresden 2000
ISBN 3-933053-11-0
Preis: 10,00 EUR