IÖR Schriften

Nr. 28

Möglichkeiten und Grenzen der Fernerkundung zur Versiegelungserhebung in Siedlungsgebieten

Maik Netzband

Versiegelungskarten sind für Planungs- und Verwaltungseinrichtungen auf kommunaler Ebene unverzichtbar geworden und auch für die Umweltplanung auf regionaler, ja selbst auf Landes- und Bundesebene von hohem Wert, allerdings auf diesen Maßstabsebenen bislang nur unzureichend realisiert. Konventionelle Erhebungsverfahren gehen zumeist von einer terrestrischen Aufnahme exemplarisch ausgewählter Stadtstrukturtypen und der Extrapolation der Daten auf Basis einer Strukturtypenkartierung aus, die flächendeckend nur sehr wenig genaue Ergebnisse bereitstellen können. Fernerkundliche Methoden sind daher prädestiniert, flächendeckende und kosteneffiziente Versiegelungskartierungen zu liefern, sofern sie eine für die Zielstellung des jeweiligen Untersuchungsauftrages zufriedenstellende Genauigkeit erreichen.

Ziel der Projektarbeit war es insbesondere, die Möglichkeiten einer automatisierten Bildauswertung von digitalen, multispektralen Fernerkundungsbilddaten zu untersuchen, operationalisierbare Methoden zu entwickeln und deren Genauigkeit zu prüfen. Neben der Untersuchung von mittelmaßstäbigem Satellitenbildmaterial (Landsat-TM und SPOT-XS) zur Erstellung von Übersichtskarten der Versiegelung wurden insbesondere von der Auswertung multispektraler und geometrisch sehr hochauflösender Flugzeugscannerdaten neue Erkenntnisse erwartet.

Die durchgeführten Untersuchungen zeigen nach Abschluß des Projektes, daß die Erstellung von mittel- und großmaßstäbigen Versiegelungskarten auf Basis von digitalem, multispektralem Fernerkundungsbildmaterial gut möglich ist. Als planungsrelevantes Ergebnis wurden Übersichtskarten im Maßstab 1 : 50 000 und 1 : 100 000 durch Verarbeitung von multispektralen Satellitenbilddaten (vorzugsweise Landsat-TM) und Versiegelungskarten in den Maßstäben 1 : 10 000 bzw. 1 : 25 000 auf Basis einer Flugzeugscannerbefliegung erstellt. Für die Berechnung großmaßstäbiger Versiegelungskarten auf Basis der Flugzeugscannerdaten wurden drei Verfahren verglichen. Umfangreiche Plausibilitäts- und Genauigkeitskontrollen sowie eine Verschneidung mit städtischen Vektordaten (Baublöcke) führen schließlich zu einer Gesamtbeurteilung des potentiellen Nutzens sowie der Grenzen der Fernerkundung für die Versiegelungserhebung in Siedlungsgebieten.

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Ansprechpartnerin

Sieglinde Sauer
Tel. 0351 46 79 205
S.Sauer[im]ioer.de

Weberplatz 1
01217 Dresden

 

Bibliogr. Angaben

IÖR-Schriften Band 28
Dresden 1998
Preis: 17,50 EUR