Forschungsbereich:
Nachhaltigkeits-Transformationen in Städten und Regionen

TransFOODmation

Prospects for Future Food: A Paradigm Shift towards Sustainable, Resilient and Fair Food Systems

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Blick auf Erdbeer-Anbaufelder in Thailand

Problemstellung
Ein Ernährungssystem umfasst eine Reihe von miteinander verbundenen Parametern, die sich auf die Produktion, Verarbeitung, Verteilung, Zubereitung und den Verzehr von Lebensmitteln beziehen. Seit der Nahrungsmittel- und Wirtschaftskrise 2007 haben mehrere dieser Parameter, die entscheidenden Einfluss auf das Ernährungssystem haben, große Veränderungen erfahren. Daher ist davon auszugehen, dass Ernährungssysteme in naher Zukunft einer tiefgreifenden Transformation entgegenblicken. Es existieren jedoch verschiedene Pfade, die diese Transformation einschlagen kann. Der Food Systems Summit, ein internationales Gipfeltreffen zum Thema Ernährung, das der UN-Generalsekretär für 2021 angekündigt hat, bietet eine einmalige Gelegenheit, die möglichen Narrative im Kontext von multilateralen Governance-Systemen, die sich mit Ernährungssystemen befassen, zu analysieren und Transformationsdynamiken zu bewerten.

Ziele
Auf Grundlage einer Analyse verschiedenen konzeptueller Narrative über die zukünftige Entwicklung von Ernährungssystemen zielt das Forschungsprojekt darauf ab, Transformationspfade hin zu zukünftigen Ernährungssystemen abzuleiten, indem deren Ziele und Transformationsdynamiken aufgezeigt werden. Zudem will das Forschungsprojekt ein besseres wissenschaftliches Verständnis der Transformationsdynamiken in einem spezifischen multilateralen Kontext schaffen, wobei sowohl formelle als auch informelle Pfade des multilateralen Entscheidungsprozesses erfasst werden.

Forschungsfragen

  • Welche konzeptuellen Narrative über zukünftige Ernährungssysteme werden von verschiedenen Akteur*innen vorgeschlagen und diskutiert?
  • Welche Zielkonflikte ergeben sich aus der Gegenüberstellung dieser verschiedenen konzeptuellen Narrative?
  • Was sind die verschiedenen politischen, sozial-ökonomischen und ökologischen Implikationen dieser verschiedenen konzeptuellen Narrative?
  • Inwiefern führen diese Implikationen zu Machtunterschieden zwischen den Mitgliedsstaaten und anderen Akteur*innen im multilateralen Governance-Rahmen der Welternährungsorganisation (FAO) und des Ausschusses für Welternährungssicherung (CFS)?
  • Welche Transformationspfade hin zu zukünftigen Ernährungssystemen und welche Transformationsdynamiken können von diesen konzeptuellen Narrativen abgeleitet werden?

Methodik
Das Forschungsprojekt führt eine Einzelfallstudie zum multilateralen Entscheidungsprozess der FAO und des CFS durch, der zum Food Systems Summit 2021 führt. Dieser Prozess umfasst sowohl den formellen als auch den informellen Pfad des multilateralen Governance-Rahmens und schließt staatliche Akteur*innen auf der internationalen Ebene mit ein. Die empirischen Daten werden durch eine Kombination verschiedener Methoden erhoben: Analyse von Dokumenten im Zusammenhang mit dem multilateralen Entscheidungsprozess, teilnehmende Beobachtung an  Workshops und multilateralen Treffen im Vorfeld des Food System Summit 2021, Expert*inneninterviews mit staatlichen Akteur*innen, die am multilateralen Entscheidungsprozess teilnehmen, und, wenn möglich, Fokusgruppendiskussionen mit staatlichen Akteur*innen.

Die Fallstudie wird durch eine Analyse der Forschungsliteratur zu nachhaltigen Ernährungssystemen erweitert, um die Rahmen, Konzepte und Narrative abzubilden, die von nationalen und lokalen Regierungsvertreter*innen, Akteur*innen aus dem Privatsektor und aus der Zivilgesellschaft vertreten werden. Interviews mit wissenschaftlichen Expert*innen für Ernährungssysteme dienen dazu, die Ergebnisse der Literaturanalyse zu verifizieren und zu untermauern.

Die erhobenen empirischen Daten werden mit Methoden der interpretativen Policy-Analyse ausgewertet, um die Bedeutung der Narrative zu rekonstruieren. Dieser methodologische Ansatz bildet die Grundlage dafür, die Rahmen, Konzepte und Narrative, die von verschiedenen Akteur*innen gefordert werden, zu vergleichen und einander gegenüberzustellen.