TEEBi-Russ

"Bewertung von Ökosystemdienstleistungen in der Russischen Föderation (RF) und ausgewählten NUS-Staaten des nördlichen Eurasiens: Erste Schritte"

Hintergrund

Vor dem Hintergrund zunehmender Ansprüche des Menschen an die begrenzten Ressourcen der Erde sowie angesichts wachsender Belastungen des Naturhaushalts, die sich u. a. im Verlust biologischer Vielfalt und in der Energie- und Klimaproblematik manifestieren, hielt das Konzept der Ökosystemdienstleistungen (ÖSD) im Laufe der 1990er-Jahre Einzug in die internationale Umweltdiskussion. Wichtige Meilensteine waren u. a. das Millennium Ecosystem Assessment (MEA 2005), die TEEB-Studie – The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB 2009) sowie der zur 10. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD 2010) in Nagoya (18.–29.10.2010) beschlossene Strategische Plan 2011–2020. Sinn des ÖSD-Konzepts ist es, ökologische Leistungen (Gratis-Naturkräfte) besser in Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen und eine nachhaltige Landnutzung zu gewährleisten, um der Überbeanspruchung und Degradation der natürlichen Lebensbedingungen entgegenzuwirken. Die Attraktivität des ÖSD-Konzepts fußt auf seinem integrativen, inter- und transdisziplinären Charakter sowie auf der Verbindung von ökologischen und sozioökonomischen Konzepten (Grunewald & Bastian 2013)

Projekt

Ziel des Vorhabens war nicht die Ausarbeitung einer kompletten TEEB-Studie, sondern die Initiierung eines entsprechenden Prozesses unter Einbeziehung von Akteuren aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Erfolgreiche Beispiele zur gesellschaftlichen und ökonomischen Inwertsetzung des Naturkapitals in Russland und den Neuen Unabhängigen Staaten der früheren Sowjetunion (NUS) wurden erfasst, analysiert und kommuniziert bzw. angeregt. Das Vorhaben lieferte in enger Zusammenarbeit mit russischen Politik- und Wissenschaftsvertretern Anstöße dazu, Leistungen und Werte der Natur genauer zu erfassen und sichtbarer zu machen. Es wurden strategische Vorschläge erarbeitet, wie  Leistungsfähigkeit und Nutzen von Ökosystemen und Landschaften besser in private und öffentliche Entscheidungen integrierbar sind, um langfristig die natürlichen Lebensgrundlagen und die biologische Vielfalt in den Ländern und ihren Regionen zu erhalten.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.