Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

SEROBAU

Energie- und Stoffflüsse entlang der Herstellung und des Einsatzortes von Sekundärstoffen aus dem Hochbau für den Baubereich

Das Recycling von Bauabfällen ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Ressourcenschonung und zur Reduzierung von Umwelteinwirkungen durch das Bauen. Mit dem ProgRess II wurde beschlossen, die stoffliche Nutzung natürlicher materieller Ressourcen auch aus energetischer Perspektive zu betrachten, um einerseits Synergien zu erschließen und andererseits Zielkonflikte zu verdeutlichen. Dies gilt auch für die Betrachtung von Sekundärrohstoffen. Wie eine solche kombinierte Betrachtung gelingen soll, ist bisher nicht geklärt.

Fotos: IÖR-Media
Collage aus drei Bildern, auf denen unterschiedliche Baumaterialien abgebildet sind

Ziel des Projektes

Ziel des Forschungsvorhabens war es, materialorientierte Untersuchungen zu Ressourcenschonungspotenzialen um energetische Betrachtungen zu erweitern und dafür einen Untersuchungsansatz zu entwickeln, der eine Berechnung und Bewertung des Energieaufwandes von Recyclingprozessen ermöglicht.

Bisher erreichte Ergebnisse

In dem Projekt wurde eine Methode entwickelt, die eine einheitliche Bewertung unterschiedlicher Bauprodukte im Hinblick auf den Energieaufwand ermöglicht, der aus deren Herstellung aus Bauabfall resultiert. Beispielhaft wurde dies anhand folgender Bauprodukte konkretisiert: Beton, Ziegel, Kalksandstein, Gips, Flachglas, mineralische Dämmstoffe, Kunststoffprofile, sonstige Kunststoffe, erdölbasierte Dämmstoffe und Bauholz.

Die Methode beschreibt eine Abfolge von drei Schritten: Zwei Schritte zur Berechnung von Prozessenergien für (a) die Aufbereitung von Abbruchmaterial zum Sekundärstoff und (b) die Konditionierung des Sekundärstoffs zum Recyclingmaterial (Substitut) mit gleicher Qualität entsprechender Produkte aus natürlichen Materialien. Im dritten Schritt erfolgt die Bewertung durch Vergleich der Prozessenergien der Bauprodukte mit Recyclingmaterial mit entsprechenden Bauprodukten aus natürlichen Materialien.

Ergebnisse zeigen dass sich Recycling-Bauprodukte häufig mit weniger Energie herstellen lassen, in einigen Fällen mit deutlich weniger Energie (z. B. Kunststoffe). Bei mineralischen Materialien kann diese Aussage nicht in derselben Klarheit getroffen werden. Je nach Anwendungsbereich sind Recycling-Produkte energetisch von Vorteil (z. B. Ziegel, Kalksandstein), liegen in ähnlichen Größenordnungen (z. B. Beton, Flachglas) oder benötigen einen höheren Energieaufwand zu deren Herstellung (z. B. Gipskartonplatten, Steinwolle).

Eine Bewertung der energetischen Vorteilhaftigkeit von Recycling-Produkten ist deshalb nur verlässlich, wenn die Recyclingprozessketten vom Abbruchmaterial bis zum Recyclingmaterial in seiner neuen Anwendung insgesamt betrachtet werden. Die Erkenntnisse liefern Parameter für die Durchführung durchgehender Materialflussanalysen und die Bewertung kreislauforientierter Geschäftsmodelle hinsichtlich damit verbundener Rohstoff- und Energieeinsparpotenziale sowie – unter Einbeziehung von Ökobilanzbetrachtungen – CO2-Einsparpotenziale.

www.ioer.de

Laufzeit

08/2017 - 04/2019


Kontakt

Dr.-Ing. Georg Schiller 
Tel. + 49 (0)351 4679 259
G.Schiller[im]ioer.de

Dipl. Ing. (Arch.)
Karin Gruhler

Tel. +49 (0)351 4679 250
(Projektleitung, Modellierung Masse- und Energieansatz)
K.Gruhler[im]ioer.de


Finanzierung

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)


Projektpartner

Dipl.-Ing. J. Reichenbach, INTECUS GmbH Dresden (Dekompositionsverfahren, Sekundärrohstoffgewinnung)


Downloads

Abschlussbericht