Forschungsbereich:
Umweltrisiken in der Stadt- und Regionalentwicklung

Projekt Netzwerk und Risiko - NUR Vorstudie

Problemstellung:
Vernetzung, Kooperation und gemeinsame Ziele von Akteuren in Regionen gelten in Wissenschaft und Praxis als wichtige soziale Bedingungen für die Analyse, Evaluation und Reduzierung von Umweltrisiken. Zur Vernetzung, Kooperation und Zielorientierung im Hinblick auf Umweltrisiken in der Regionalentwicklung liegen bisher vor allem Fallstudien vor. Es fehlen breit angelegte Befragungen ("Survey"), die eine generalisierende Einordnung von einzelnen Fallbeispielen ermöglichen. Problematisch ist dabei die Komplexität der Rahmenbedingungen und Merkmale von Netzwerken in Regionen. Das Vorhaben reduziert diese Komplexität durch die Verwendung des Konzepts "zielgerichtetes Netzwerk" (Provan & Kenis 2007). Dies ist ein soziales Netzwerk mit mindestens drei Organisationen zur Realisierung eines explizit formulierten Netzwerkziels. Die Praxis verwendet hierfür auch Ausdrücke wie z. B. "Regionale Initiative" und "Partnerschaft".

Ziele und Methodik des Projektes:

Ziel der Vorstudie war die Gestaltung eines Surveys, der die deskriptive Analyse von regionalen zielgerichteten Netzwerken zu Umweltrisiken in Deutschland anhand eines überschaubaren Sets von Variablen ermöglicht. Das Projekt orientierte sich an folgender Leitfrage: Wie sollte ein Survey zu regionalen zielgerichteten Netzwerken zu Umweltrisiken in Deutschland aus der Perspektive von Netzwerk-Governance gestaltet sein?

Das Projekt war als Vorstudie inhaltlich-pragmatisch geprägt. Ein erster Arbeitsschritt enthielt die theoretisch begründete Auswahl eines Sets von Variablen zur deskriptiven Analyse von Netzwerken. Ein zweiter Schritt sah die Analyse von regionalen zielgerichteten Netzwerken zu Umweltrisiken vor. Ein dritter Schritt entwarf den Fragebogen für die schriftliche Befragung von Netzwerkkoordinatoren und klärte, wie die theoretisch begründeten Variablen in empirische Fragen umformuliert werden können. Ein vierter Schritt klärte die Methodik der Auswertung und Interpretation von Befragungsdaten. Ein fünfter Schritt formulierte Schlussfolgerungen für Wissenschaft und Praxis.

Ergebnisse und Beitrag zu den Zielen des FB:
Das Projekt sollte vor allem bestimmen, welche inhaltlichen und strukturellen Merkmale risikobezogene und zielorientierte Netzwerke prägen. Inhaltlich erfolgte primär die Unterscheidung zwischen Zielen der Risikoreduktion und Erhöhung von Resilienz im Kontext von Naturgefahren. Das Projekt konnte diesbezüglich strategische Optionen der Netzwerkgestaltung und Kooperation zwischen Akteuren, insbesondere Organisationen, aufzeigen sowie skizzieren, auf welchen Annahmen diese Zielstellungen und Optionen beruhen (z. B. Annahmen zur Vorhersehbarkeit von Überraschungen im Zusammenhang mit Naturgefahren). Strukturell standen Variablen des "Network Governance" (Provan & Kenis 2008) im Vordergrund. Die Erfüllung der Forschungszielstellungen zeigt sich anhand einer Reihe von Publikationen, die während und nach der Projektlaufzeit erfolgten.

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Laufzeit

1/2013-2/2014


Ansprechpartner

Dr. rer. nat.
Gérard Hutter

Tel. 0351 46 79 283
G.Hutter[im]ioer.de