Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

Nichtwohnbaustrukturen – Charakteristik und Kennwerte von städtebaulichen Strukturen der Nichtwohnbebauung

Um künftige städtische Entwicklungen abschätzen und beurteilen zu können, müssen Wohn- und  Nichtwohnbaustrukturen gleichermaßen betrachtet werden. Für Wohnbaustrukturen liegen fundierte gebäudetypologische und stadtstrukturelle Informationen vor, für Nichtwohnbaustrukturen muss eine entsprechende Informations- und Datenbasis noch weiter auf- und ausgebaut werden. Auf Grund der großen Nutzungsvielfalt des Nichtwohngebäudebereiches ist dies ein aufwendiger und methodisch teilweise schwieriger Prozess.

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Ziel des Projektes ist es, unterschiedliche Nichtwohnbaustrukturen mit Hilfe von ressourcenbezogenen sowie stadtökologischen Indikatoren zu beschreiben, um darauf basierend Analysen zu unterschiedlichen Fragestellungen, wie z. B. zu gegenwärtigen und künftigen Ressourcenschonungspotenzialen, zu ermöglichen.

Die Projektbearbeitung folgt einem zweistufigen Ansatz. Im Rahmen einer Grobanalyse wurde der Nichtwohnbaubereich zunächst in unterschiedliche Teilstrukturen gegliedert. In der sich anschließenden Feinanalyse werden für ausgewählte Teilstrukturen aus methodischer Sicht geeignete Bilanzierungs- und Abbildungsalgorithmen entwickelt, soweit möglich ressourcenbezogene sowie stadtökologische Indikatoren und Kennwerte abgeleitet und empirisch basiert Mengengerüste generiert. Das Projekt ist damit sowohl methodenorientiert als auch quantitativ empirisch ausgerichtet. Es fokussiert auf die Analysestränge Materialaufwand und Flächencharakteristik.

So wurde z. B. für mengenmäßig relevante Nichtwohngebäudearten (Büro- und Verwaltungsgebäude, Produktionshallen, Lagerhallen etc.) ein Baustoffberechnungs-Algorithmus entwickelt, mit dem sich für die Bauteile Gründung, Außenwand, Innenwand, Decke und Dach Materialaufwendungen berechnen und entsprechende Kennwerte ableiten lassen. Das Ergebnis sind absolute und spezifische Materialkennzahlen für sogenannte synthetische bzw. Durchschnittsgebäude (Gruhler, Deilmann 2015 und 2017;Ortlepp, Gruhler, Schiller 2016; Schiller, Gruhler, Ortlepp 2017).

Sie belegen, dass unterschiedliche Nichtwohngebäudenutzungen auch mit unterschiedlichen Materialaufwendungen und vor allem Materialstrukturen verbunden sind.

Die GIS-basierten Flächen-Untersuchungen hinterfragen u. a. welche Analysemöglichkeiten ATKIS einschließlich der Gebäudekarte (Hausumringe) bietet. Betrachtet werden die baulich geprägten Flächen mit ausgewiesener Nutzungsfunktion. Analysegrößen sind die Flächengröße, die Gebäudeanzahl, die bebaute Fläche, der Überbauungsgrad sowie der Verkehrsflächenanteil. Vertiefend wird die Nutzungsklasse "Bildung" untersucht. Die Analysen zum Versiegelungsgrad an Hand konkreter Schulstandorte zeigen dabei, dass ältere Standorte deutlich geringer und weniger dicht versiegelt sind als jüngere und modernisierte.

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Laufzeit

01/2013 - 09/2016


Kontakt

Dipl.-Ing. (Arch.)
Karin Gruhler

(Projektleitung)
Tel. +49 (0)351 4679 250
K.Gruhler[im]ioer.de


Finanzierung

Grundfinanzierung