MSP-int

Wissenschaftliche Grundlagen für die Berücksichtigung naturschutzfachlicher Belange in der maritimen Raumordnung unter besonderer Berücksichtigung internationaler Vorgaben

Problemstellung

Die fortschreitende technische und wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere die Planung von Offshore-Windparks, sowie die Erweiterung des BNatschG auf die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) und die dadurch ermöglichten Schutzgebietsausweisungen haben den Wettlauf zwischen den verschiedenen Nutzungs- und Schutzinteressen im Meeresbereich verstärkt. Die Notwendigkeit eines übergreifenden Ordnungsinstruments, der Raumordnung, auch für die nur scheinbar unberührte und weitläufige Meereslandschaft wurde schnell erkannt. Jedoch wird der Meeresschutz in den Raumordnungsplänen für die AWZ bisher nicht ausreichend berücksichtigt, die diesbezüglichen Festlegungen beschränken sich auf wenige Grundsätze. Es ist daher fraglich, ob die Pläne den Anforderungen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (2008/56/EG) und der Richtlinie zur Schaffung eines Rahmens für die maritime Raumplanung (2014/89/EU) sowie den Empfehlungen von regionalen Kooperationen wie OSPAR und HELCOM entsprechen. Insbesondere die Umsetzung des dort geforderten Ökosystemansatzes scheint eine Anpassung der Pläne erforderlich zu machen.

Ziel

Ziel des FuE-Vorhabens ist die Erarbeitung von Empfehlungen für eine optimale und ökosystembasierte Berücksichtigung der Belange des Meeresschutzes sowohl im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Meeresraumordnung in der deutschen AWZ als auch im Hinblick auf die Umsetzung internationaler Vorgaben

Forschungsfragen

Wie können die Instrumente der Raumordnung für den Meeresschutz und die Erreichung des guten Umweltzustandes im Sinne der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie operationalisiert werden?

Welche Änderungserfordernisse an die maritime Raumordnung resultieren aus der Anwendung des Ökosystemansatzes?

Wie kann die Umsetzung der Richtlinie zur Schaffung eines Rahmens für die maritime Raumplanung als Chance für den Meeresschutz genutzt werden?

Hypothese

Derzeit wird die Meeresumwelt nicht ausreichend geschützt. Die Raumplanung kann, insbesondere durch die Umsetzung des Ökosystemansatzes, einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Nutzung des Meeres und zur Erreichung eines guten Umweltzustandes leisten.

Methodik

Zunächst werden grundlegende Fragen zum Verhältnis von Meeresnaturschutz und maritimer Raumordnung beantwortet. Dazu werden die Instrumente der Raumordnung und die Möglichkeiten ihrer Operationalisierung für den Meeresschutz geschildert und das Verhältnis der Fachplanungen zur Raumplanung untersucht. Auf dieser Grundlage soll ein möglicher Beitrag der Raumplanung zur Erreichung eines guten Zustandes der Meeresumwelt im Sinne der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie entwickelt werden.

Danach werden die Anforderungen der Richtlinie zur Schaffung eines Rahmens für die maritime Raumplanung und die entsprechenden Umsetzungserfordernisse unter Berücksichtigung der derzeit laufenden ROG-Novellierung dargestellt. Bestehende Maßnahmen werden auf ihre Übereinstimmung mit dem Ökosystemansatz überprüft und Handlungskonzepte und Methoden zu seiner weiteren Umsetzung erarbeitet.

Ergebnisse

Ergebnis des Projekts ist ein Leitfaden für eine optimale und ökosystembasierte Berücksichtigung der Belange des Meeresschutzes in der Meeresraumordnung. Dabei wird insbesondere auch die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses des Ökosystemansatzes, zumindest auf europäischer Ebene und innerhalb relevanter regionaler Kooperationen, angestrebt. Zudem wurden konkrete Methoden für seine Umsetzung erarbeitet. Durch die Teilnahme an Workshops und Konferenzen flossen die Ergebnisse in internationale Prozesse ein.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Das Institut wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.