KlimaKonform II

Verbundvorhaben "Gemeinsame Plattform zum klimakonformen Handeln auf Gemeinde- und Landkreisebene in Mittelgebirgsregionen: Erweitern – Vertiefen – Übertragen"

Teilprojekt "Wirkungszusammenhänge, Gebäudeanpassung, Regionalökonomie – Beiträge zum Klimakonformen Handeln"

Problemstellung

Die Klimaanpassung stellt Kommunen vor wachsende Herausforderungen. Hitze, Starkregen und Überflutungen bedrohen die bauliche Infrastruktur und die Funktionsfähigkeit kommunaler Systeme. Gleichzeitig müssen Anpassungsmaßnahmen so gestaltet sein, dass sie auch regionalökonomisch tragfähig und auf andere Regionen übertragbar bleiben. In der zweiten Förderphase adressiert KlimaKonform II diese Komplexität durch die Vertiefung der in Phase I etablierten Ansätze und deren Weiterentwicklung zu praxisnahen und skalierbaren Methoden.

Ziele

Das inter- und transdisziplinäre Verbundprojekt KlimaKonform II verfolgt das Ziel, Kommunen in Mittelgebirgsregionen zu befähigen, Klimaanpassungsprozesse selbstständig, praxisnah und umfassend umzusetzen. Dafür werden maßgeschneiderte Ansätze – von klimabasierten Daten und kommunikativen Reallaboren bis hin zu robusten Simulationsmodellen und digitalen Entscheidungsinstrumenten – entwickelt, getestet und transferfähig gemacht.

Innerhalb dieses Rahmens zielt das Teilprojekt am IÖR darauf ab, die modellbasierten Analysen zur Gebäudeanpassung und regionalökonomischen Bewertung zu erweitern und ihre Anwendbarkeit zu verbessern. Zudem sollen die kommunalen Entscheidungsprozesse durch partizipative Systemmodellierung unterstützt werden. Die Projektergebnisse sollen dazu beitragen, die Klimaanpassung in der Praxis besser zu verankern und ihre positiven Wirkungen transparent zu machen.

Forschungsschwerpunkte

Im Teilprojekt des IÖR stehen drei Aspekte der Klimaanpassung besonders im Fokus:

Partizipative Systemmodellierung (Baustein A): Entwicklung und Anwendung gemeinsamer, qualitativer Systemmodelle mit kommunalen Praxispartnern zur Analyse der Wirkungszusammenhänge in der Klimaanpassung.

Gebäudeanpassung (Baustein B): Simulation und Bewertung der Anpassungspotenziale öffentlicher Gebäude gegenüber Hitze- und Überflutungsrisiken. Die bestehende Methodik aus Phase I wird in der zweiten Förderphase methodisch skaliert und anhand neuer Schulgebäude unterschiedlicher Bautypen validiert.

Regionalökonomie (Baustein C): Weiterentwicklung des regionalen, multisektoralen Gleichgewichtsmodells zur Bewertung der Kosten-Nutzen-Relation von Klimaanpassungsmaßnahmen. Die Ergebnisse sollen in einem interaktiven Online-Tool bereitgestellt werden.

Methodik

Das Projekt nutzt eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden.

Partizipative Systemmodellierung (PSM): In Reallaboren werden mit kommunalen Akteuren Wirkungszusammenhänge identifiziert und gemeinsam Kausaldiagramme erstellt.

Gebäudesimulationen und messtechnische Erhebungen: Die Hitze- und Hochwasserrisiken an typischen Schulgebäuden werden modellbasiert untersucht und die Wirksamkeit baulicher Anpassungsmaßnahmen anhand repräsentativer Fallstudien geprüft.

Regionalökonomisches Modell: Das bestehende multisektorale Gleichgewichtsmodell wird um weitere Regionen erweitert und zu einem nutzerfreundlichen Online-Tool ausgebaut, das die Bewertung der Klimaanpassungskosten und -erträge ermöglicht.

Publikationen

Korzhenevych, A.; Alimov, N. (2025) Effektive Kosten- und Nutzenbetrachtung von Hochwasserschutzmaßnahmen. In: Informationen zur Raumentwicklung 52 (2025) 1, S.122-131 https://doi.org/10.58007/61yt-ff16

Pennekamp, S., Falkenburg, V., Furkert, M., Mertens, M., Korzhenevych, A., Alimov, N., 2024. Daten für die Umsetzung des Bundesraumordnungsplans für den Hochwasserschutz. ARL. https://doi.org/10.5281/ZENODO.10941130

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. wird gemeinsam durch Bund und Länder gefördert.

FS Sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.