KartAL I

Kartierung des anthropogenen Lagers in Deutschland zur Optimierung der Sekundärrohstoffwirtschaft

Hintergrund

Deutschland hat ein enormes Vermögen in Form von Bauwerken, Infrastrukturen und sonstigen langlebigen Gütern angehäuft. Hierin befindet sich ein wertvolles Sekundärrohstoffreservoir – ein Anthropogenes Materiallager. Es ist als Kapitalstock der Zukunft zu begreifen, den es systematisch zu bewirtschaften gilt. In der überwiegend Input-dominierten Ressourceneffizienzdiskussion findet dieser Kapitalstock bislang nur wenig Beachtung. Eine Ursache hierfür ist unzureichendes Wissen über die Größe und Zusammensetzung dieses Materiallagers sowie über dessen Veränderungsdynamik.

Ziel

Das Vorhaben „Kartierung des Anthropogenen Lagers in Deutschland zur Optimierung der Sekundärrohstoffwirtschaft“ (KartAL I) sollte dazu beitragen, die Wissensbasis diesbezüglich deutlich zu erweitern. Es sollten Grundlagen für den Aufbau eines fortschreibbaren Datenbankmodells des Anthropogenen Rohstofflagers geschaffen wurden.

Konzept

Dazu erfolgten Einschätzungen zur Größe und Zusammensetzung des derzeitigen Anthropogenen Rohstofflagers von Gebäuden, Infrastrukturen und ausgewählten langlebigen Gütern in Deutschland sowie Analysen von Datenquellen und Kenngrößen, anhand derer sich die Dynamik der Veränderung des Anthropogenen Lagers beschreiben lässt. Die Beleuchtung des Lagers erfolgte aus unterschiedlichen Perspektiven. Es wurden Top-Down-Analysen durchgeführt, die das Lager und die Flüsse ausgehend von gesamtwirtschaftlichen Daten beschreiben sowie Bottom-Up-Analysen, die sich unter Verwendung güterbezogener Materialkennziffern den Lagern und Flüssen über Hochrechnungen nähern. In beiden Analysesträngen wurden Materialflussanalyen durchgeführt, welche an den Materialgehalten der Güter und Gütergruppen ansetzen. Diese wurden ergänzt durch abfallwirtschaftliche Analysen, die an der Analyse von Abfallfraktionen ansetzen.

Ergebnisse

Mit den Ergebnissen des Projektes liegt nun ein differenziertes Bild über Materialflüsse und Materialbestände vor, die in langlebigen Gütern in Deutschland gebunden sind und von diesen ausgelöst werden. Neben umfangreichen Daten wurde ein Konzept vorgelegt, das Grundlagen zum Aufbau eines langfristigen Monitorings des Anthropogenen Lagers durch eine kontinuierliche Fortschreibung von Bestandsveränderungen liefert.

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