Forschungsbereich:
Wirtschaftliche Aspekte der ökologischen Raumentwicklung

EcoLand

Ökonomische Entwicklung und Flächenverbrauch

Problemstellung

Ein gleichsam politisches wie umweltbezogenes Ziel liegt darin, den Flächenverbrauch zu begrenzen, Freiflächen und –räume zu erhalten und so die natürliche Ressource Boden zu schützen. Es gilt daher, das knappe Gut Boden effizient und nachhaltig einzusetzen und auf diese Weise ökologischen und ökonomischen Nutzen zu verbinden. Auffällig ist jedoch, dass dieses Flächenziel (u.a. "30-ha-Ziel") relativ losgelöst von ökonomischen Zielstellungen betrachtet wird. Dies ist insofern bedeutsam, als dass § 2 Abs. 2 ROG sowohl die wirtschaftliche als auch die räumliche Entwicklung adressiert.

Ziel

Das Forschungsziel liegt darin, die Beziehung zwischen ökonomischer Entwicklung und Fläche (d.h. Flächenverbrauch, -neuinanspruchnahme und -knappheit) besser zu verstehen. Zudem wird nach Antworten gesucht, was die identifizierten Zusammenhänge für den Anspruch bedeuten, die ökonomische Entwicklung vom Flächenverbrauch zu entkoppeln.

Forschungsfragen des Vorhabens

Inwiefern korrelieren Flächeninanspruchnahme und ökonomische Entwicklung, können bzw. sollten sie voneinander entkoppelt werden?

Welche Form ökonomischer Entwicklung übt welchen Einfluss auf die Fläche als (natürliche) Ressource aus? Welche Rolle spielt die verfügbare Fläche bei der ökonomischen Entwicklung von Regionen?

Wie äußern sich die auf unterschiedlichen Makroebenen identifizierten Ausprägungen und Zusammenhänge zwischen Fläche und ökonomischer Entwicklung in kleinräumigem (intrakommunalem) Maßstab?

Methodik

Die Beantwortung der Forschungsfragen erfolgt mithilfe eines Paneldatensatzes, der unterschiedliche räumliche Ebenen umfasst. Zur Auswertung dieses Datensatzes werden Methoden der Raumstrukturanalyse und der quantitativen Wirtschaftsforschung eingesetzt. Dazu zählen Methoden aus der multivariaten und der räumlichen Statistik sowie räumliche und nicht räumliche Regressionsmodelle für Querschnitts- und Paneldatensätze.

Ergänzend wird für die Frage nach der Skalierbarkeit der identifizierten Zusammenhänge auf Methoden der vergleichenden Fallstudienforschung zurückgegriffen.

Angestrebte Ergebnisse und Beitrag zu den Zielen des Forschungsbereiches

Der angestrebte, wissenschaftliche Erkenntnisgewinn des Projektes liegt darin, die Beziehung zwischen ökonomischer Entwicklung und der (natürlichen) Ressource Boden besser zu verstehen. Dies betrifft sowohl grundlegende Fragen nach der Entkoppelbarkeit der beiden Seiten als auch einen detaillierteren Einblick in diese Zusammenhänge unter ökonomischen Wachstums-, Stagnations- und Schrumpfungsbedingungen. Ergänzend werden Antworten auf die Frage erarbeitet, was die identifizierten Zusammenhänge für den Anspruch bedeuten, die ökonomische Entwicklung vom Flächenverbrauch zu entkoppeln.

Die Ergebnisse können schließlich dazu genutzt werden, Handlungs- und Steuerungsoptionen zu erarbeiten: (1) in Bezug auf die Möglichkeiten und Grenzen der Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) Nr. 8 und 11, deren Ziele nicht unbedingt kongruent sein müssen. (2) mit Blick auf § 2 Abs. 2 ROG und dort speziell den Aspekt der Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Dimensionen.

www.ioer.de

Laufzeit

01/2019-06/2020


Kontakt

Dr. Angelika Krehl
Tel. +49 (0)351 4679 220
A.Krehl[im]ioer.de


Finanzierung

Grundfinanzierung