Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme - Innenentwicklungspotenziale

Ziel des durch BMVBS/BBSR geförderten Kooperations-Projektes der IÖR Forschungsbereiche FB-E und FB-M war es, Grundlagen für ein bundesweites Monitoring der Innenentwicklungspotenziale zu schaffen. Mittels einer Umfrage wurden in 451 Städten und Gemeinden u.a. Informationen über Brachflächen und Baulücken erhoben (FB-E, Leitung: Dr. Schiller). Zudem wurden Einsatzmöglichkeiten neuer Datenquellen und GIS-gestützter Verfahren untersucht (FB-M, Leitung Dr. Meinel). Abschließend konnten Handlungsempfehlungen für einfache, kommunale Brachflächenkataster formuliert werden.

Die Bedeutung der Innenentwicklung für eine nachhaltige flächensparende Siedlungsentwicklung wird von politischer Seite mit Nachdruck vertreten und ist fachlich unumstritten. Eine wesentliche Voraussetzung für die Mobilisierung von Innenentwicklungspotenzialen (IEP) ist eine fundierte Kenntnis der Flächenpotenziale innerhalb bestehender Siedlungsgebiete.

Obwohl ein systematisches Flächenmanagement in einer steigenden Zahl von Kommunen zum Einsatz kommt, ist die Praxis in der Breite von einem systematisch erhobenen und flächendeckenden Datenbestand weit entfernt. Zudem lag der Fokus der Baulandversorgung lange Zeit auf der Siedlungserweiterung ohne ausreichende Würdigung von Potenzialen innerhalb des Siedlungsbestandes. Entsprechend groß sind die Unsicherheiten.

Im Zentrum des Projektes stand daher eine bundesweite Umfrage in repräsentativ ausgewählten Städten und Gemeinden. Erhoben wurden für die Innenentwicklung geeignete Flächenpotenziale auf Brachflächen und Baulücken. Erfragt wurden Umfang, Struktur und räumliche Verteilung von IEP, mögliche Mobilisierungshemmnisse sowie praktische Erfahrungen der Kommunen mit Flächeninformations- und Management-Systemen.

Abb. 1: Höhe der Innenentwicklungspotenziale in Deutschland unter verschiedenen Hochrechnungsannahmen.
Abb. 1: Höhe der Innenentwicklungspotenziale in Deutschland unter verschiedenen Hochrechnungsannahmen.

In einer methodischen Ergänzung der Flächenerhebungen wurde im zweiten Projektteil untersucht, welche Potenziale die Nutzung von Geobasisdaten aus ATKIS® und ALKIS® bietet, um IEP mit Hilfe Geographischer Informationssysteme (GIS) automatisiert abzuschätzen. Es wurde ein Analyseverfahren entwickelt und in Pilotanwendungen für ausgewählte Fallstudien getestet.

Abb. 2: Verbesserte Identifizierung von Baulücken und Nachverdichtungspotenzialen auf Grundlage von ALKIS® für eine Kleinstadt in Brandenburg im Vergleich zur Abschätzung auf Grundlage von ATKIS® und Hausumringen (HU).
Abb. 2: Verbesserte Identifizierung von Baulücken und Nachverdichtungspotenzialen auf Grundlage von ALKIS® für eine Kleinstadt in Brandenburg im Vergleich zur Abschätzung auf Grundlage von ATKIS® und Hausumringen (HU).

Abschließend konnten Handlungsempfehlungen für einfache, kommunale Brachflächenkataster formuliert werden. Eine umfassende Darstellung der Ergebnisse liegt als BBSR-Sonderveröffentlichung vor. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich auf der Projekthomepage beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

www.ioer.de

Laufzeit

09/2011 – 01/2014


Kontakt

Dr.-Ing. Georg Schiller
(Umfrage Flächenpotenziale)
Tel. 0351 4679 259
G.Schiller[im]ioer.de

Dr. Gotthard Meinel
(Automatisierte Abschätzung)
Tel. 0351 4679 254
G.Meinel[im]ioer.de


Auftraggeber

BMVBS / BBSR

Projektpartner

Projektgruppe Stadt + Entwicklung, Leipzig