Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

Demographischer Wandel und Wohnansprüche Älterer (60+) - Hinweise für städtische Wohnkonzepte

Unter dem Thema "Demographischer Wandel und Wohnansprüche Älterer (60+) - Hinweise für städtische Wohnkonzepte" wurde ein IÖR-Projekt bearbeitet, welches die bisherigen Arbeiten zum Einfluss des demographischen Wandels auf den Wohnungsbestand und die Siedlungsstruktur um den spezifischen Aspekt der Wohnansprüche der 60-Jährigen und Älteren ergänzt. Bei steigender Zahl älterer Menschen in Deutschland ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach altengerechten Wohnungen steigen wird. Notwendige Wohnungsanpassungen für ältere Menschen werden in der Zukunft die Struktur des Wohnungsbestandes verändern. Ziel des Projektes war es, die sich verändernden Ansprüche an die Wohnungsversorgung und den Wohnungsbestand beispielhaft zu quantifizieren und einen potenziellen Einflussfaktor auf die Siedlungsstrukturentwicklung zu untersetzen.

Die Projektbearbeitung erfolgte in mehreren Arbeitsbausteinen. So lieferte die Analyse der Daten des Sozio-ökonomischen Panels aktuelle Erkenntnisse zur gegenwärtigen Wohnungsversorgung der Älteren in West- und Ostdeutschland und nach Gemeindegrößenklassen. In den vergangenen 20 Jahren haben bei den jüngeren Haushalten in Ost- und Westdeutschland sehr dynamische Angleichungsprozesse der Wohnsituationen stattgefunden. Beispielsweise unterscheiden sich die Wohneigentümerquoten, die pro-Kopf-Wohnfläche oder der Anteil voll ausgestatteter Wohnungen bei den unter 60-Jährigen Haushalten zwischen Ost- und Westdeutschland kaum noch. Bei den älteren Haushalten ab 60 Jahre sind hingegen noch beträchtliche Unterschiede in der Wohnungsversorgung zu erkennen. Die Ergebnisse wurden im IÖR-Text 158 veröffentlicht.

Weitere Projektbausteine waren die Befragungen in Dresden 2007 und Döbeln 2009, die Wohnungsversorgung und die Wohnwünsche der Älteren 60+ in ostdeutschen Städten zum Gegenstand hatten. Die schriftlichen Befragungen mit standardisiertem Fragebogen richteten sich an 6000 Personen in Dresden und 1300 Personen in Döbeln die zum Befragungszeitpunkt 60 Jahre alt und älter waren. Der Rücklauf lag bei 38 % bzw. 30 %. Im Ergebnis der Befragungen konnte eine gute Wohnungsversorgung der Älteren 60+ festgestellt werden, was die Wohnungsgrößen und die Wohnungsausstattung in den beiden Städten betrifft. Das Alter und ob der ältere Mensch allein lebt oder mit einem (Ehe-)Partner spielen bei der gewünschten Wohnform eine wesentliche Rolle. Neben der "normalen" Wohnung sind häufig altengerechte Wohnungen mit und ohne Serviceleistungen gefragt. Eine Ausstattungstypisierung macht deutlich, dass der Anteil älterer Bewohner in altengerechten Wohnungen mit 2 % in den Städten gering ist und durch Wohnungsgröße, Miete und Einkommen der Finanzierbarkeit von Anpassungsmaßnahmen im Bestand Grenzen gesetzt sind. Ein akuter Anpassungsbedarf wird am häufigsten beim Einbau einer (bodengleichen) Dusche, einem nutzbaren Balkon und einem Aufzug im Haus festgestellt. Die Ergebnisse wurden für die Stadt Dresden im IÖR-Text 156 und für Döbeln im IÖR-Text 160 veröffentlicht.

Weitere Ergebnisse:

Präsentation der Projektergebnisse am 06.11.08 in Dresden (PDF, 700 kB)
Präsentation der Projektergebnisse am 19.08.2009 in Döbeln

www.ioer.de

Laufzeit

10/2006 bis 01/2010

 

Ansprechpartner

Prof. Dipl.-Ing. Arch.
Clemens Deilmann

Tel. + 49 (0)351 4679 251
C.Deilmann[im]ioer.de


Kooperationspartner

Stadtplanungsämter Stadt Dresden und Stadt Döbeln