Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

Landschafts-Governance

Theoretische Konzeptualisierung von Landschafts-Governance hinsichtlich des Landschaftswandels infolge der Energiewende

Hintergrund

Foto: BMU/Bernd Müller
Foto: BMU/Bernd Müller

Landschaften sind direkt oder indirekt das Objekt kollektiver, politischer Entscheidungen und Handlungen, die man als Landschafts-Governance bezeichnen kann. Bislang gibt es jedoch kaum Studien darüber, wie Landschafts-Governance theoretisch und empirisch fassbar gemacht werden könnte.

Landschaft – damit meinen wir in diesem Projekt einen Ausschnitt der Erdoberfläche, in dem Menschen leben, der von Menschen erlebt und wahrgenommen wird und der von Menschen geprägt ist. Es geht um menschliche Umwelt, und zwar:

  • nicht abstrakt, sondern konkret räumlich,
  • nicht global, sondern ortsbezogen,
  • nicht nur bezogen auf einzelne Aspekte oder Schutzgüter, sondern potenziell ganzheitlich und integrativ.

Landschaften sind nicht statisch, sondern verändern sich ständig. Ein wesentlicher Aspekt des gegenwärtigen Landschaftswandels resultiert aus der politisch forcierten Energiewende – weg von fossilen Energieträgern und hin zu erneuerbaren Energien. Insbesondere die zunehmende Nutzung der Wind-, Solar- und Bioenergie verändert die Landschaft in erheblichem Umfang und hat eine gesellschaftliche Debatte um das Für und Wider regenerativer Energien in Gang gesetzt. Traditionelle Vorstellungen von Landschaft stehen neuen Konzepten gegenüber, in denen Anlagen der Energieerzeugung als Ausdruck von Innovation und Modernisierung gelten.

Ziele

Foto: BMU/Böhme

Das Projekt zielte auf die theoretische Konzeptualisierung von Landschafts-Governance aus verschiedenen Perspektiven. Vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Debatten erschienen drei theoretische Zugänge als besonders vielversprechend. Diese wurden für den Untersuchungsgegenstand operationalisiert und miteinander verglichen.

Dabei konnte Landschafts-Governance einmal als Problem der Politikintegration betrachtet werden, das heißt als Problem der Integration sektoraler Politiken im politisch-administrativen Mehrebenensystem. Zweitens war ein Analyserahmen zu entwickeln, bei dem Landschaft als Gegenstand netzwerkartiger Steuerung in den Blick genommen wurde (Management von Landschaften). Und drittens konnte Landschafts-Governance als diskursive Steuerung reflektiert werden.

Die Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung, die die verschiedenen Ansätze bieten, lassen sich am Beispiel des Landschaftswandels infolge der Energiewende veranschaulichen.

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Laufzeit

01/2011-12/2012

Ansprechpartner

Priv.-Doz. Dr.
Markus Leibenath

Tel. +49 (0)351 4679-285
M.Leibenath[im]ioer.de

Dr. Peter Wirth
Tel. +49 (0)351 4679-232
P.Wirth[im]ioer.de

Dr. Gerd Lintz
Tel.: +49 (0)351 4679-227
G.Lintz[im]ioer.de