Forschungsbereich:
Monitoring der Siedlungs- und Freiraumentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in der ErlebnisREGION DRESDEN*

Studie "Kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnung für die Region 2009 bis 2025"

Bis zum Jahr 2025 wird die Einwohnerzahl der Region voraussichtlich um rund 4.600 auf 715.000 anwachsen. Die Region gehört damit zu den wenigen noch wachsenden Regionen in Sachsen und Deutschland. Der Bevölkerungszuwachs würde aber vor allem von der demografischen Entwicklung in der Landeshauptstadt getragen. Demnach könnte die Einwohnerzahl in Dresden bis 2025 aufgrund von Wanderungsgewinnen und zunächst noch weiteren Geburtenüberschüssen um 18.000 auf 535.000 steigen. Das Umland von Dresden würde dagegen um rund 13.400 auf 180.000 Personen zurückgehen. Jedoch wird es auch innerhalb des Umlandes Kommunen geben, in der eine ausgeglichene bis positive Bevölkerungsentwicklung erwartet wird [Karte 1]. Zu diesem Ergebnis kommt die im Auftrag der ErlebnisREGION DRESDEN erstellte Studie des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung e.V. (IÖR), Dresden.

Karte 1: Bevölkerungsentwicklung bis 2025
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Die Vorausberechnung geht dabei von der Fortsetzung des Wanderungsgeschehens des Zeitraumes 2003 bis 2009, einer steigenden Geburtenrate sowie einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung aus.

Von größerer Bedeutung als die Entwicklung der Bevölkerungszahl insgesamt sind die Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung. In der Darstellung des Lebensbaumes im Zeitvergleich 2009/2025 für die Stadt Dresden wird deutlich, dass die angenommenen Wanderungsgewinne die rückläufige Geburtenentwicklung zwar verzögern bzw. abmildern können, jedoch ist sie aufgrund der vorgegebenen Altersstrukturen und des Geburtenverhaltens nicht aufhaltbar. Für das Umland von Dresden lassen die Entwicklungen erkennen, dass sich das Geburtendefizit verstärkt und die Alterung zunimmt [Grafik 2]. In der Region wird die Zahl der Kinder unter 6 Jahren um 3.000 auf 36.800 im Jahr 2025 zurückgehen. Dies entspricht einem Rückgang von 7,5 % [Karte 3].

Grafik 2: Lebensbäume der Stadt Dresden und des Umlandes im Zeitvergleich 2009 und 2025
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Karte 3: Entwicklung der Zahl der Kinder unter 6 Jahren bis 2025
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Hauptursache des Rückgangs sind die immer schwächeren Besetzungen bei den Altersklassen der potenziellen Elterngeneration. Die wenigen Kinder der "Nachwendegeburtenknicks" (Halbierung der Geburtenzahl) werden nun zu großen Teilen selbst Eltern. Die Zahl der Geburten hängt vor allem von der Entwicklung der Zahl der Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren ab. Diese Altersgruppe wird in der Region bis 2025 von 136.500 auf 118.700 Personen bzw. um 13 % abnehmen [Grafik 4]. Auf der anderen Seite wird die Zahl der Personen im höheren Alter zunehmen. Getragen wird diese Entwicklung insbesondere von der Altersgruppe der ab 75-Jährigen. Ihre Zahl wird voraussichtlich um 31.200 Personen ansteigen, sodass 2025 knapp 98.000 Menschen im Alter 75+ in der Region leben werden [Karte 5].  

Grafik 4: Entwicklung der Zahl der Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren bis 2025
Karte 5: Entwicklung der Altersgruppe der ab 75-Jährigen bis 2025
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Die Berechnungen haben gezeigt, dass die bereits gegenwärtige Bevölkerungsstruktur auf der Ebene der Kommunen der Region größtenteils für die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung verantwortlich ist. Zuwanderung kann den Alterungsprozess lediglich abschwächen aber nicht aufhalten. Auf der anderen Seite kann die Abwanderung insbesondere junger Menschen, von der in den meisten Kommunen des Umlandes von Dresden voraussichtlich weiter ausgegangen werden muss, den Alterungsprozess noch beschleunigen.

Auch bei sorgfältigster Ist-Analyse und darauf aufbauender plausibler Annahmesetzung, dürfen Bevölkerungsvorausrechnungen nicht als "Vorhersagen" interpretiert werden. Das IÖR spricht daher von "Wenn-Dann-Beziehungen". In den Berechnungen soll gezeigt werden, wie sich die Bevölkerung unter den getroffenen Annahmen über die weitere Entwicklung von Wanderungen, Geburten und Sterbefällen verändern würde.

* Die Stadt-Umland-Region Dresden hat sich Anfang 2011 in ErlebnisREGION DRESDEN umbenannt.

www.ioer.de

Laufzeit

09/2010-01/2011

 

Kontakt

Dipl.-Ing. Daniel Eichhorn
Tel. +49 (0)351 4679 267
D.Eichhorn[im]ioer.de


Finanzierung

Stadt Dresden
Stadt-Umland-Region Dresden


ErlebnisREGION DRESDEN