Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

BIOBANK

Pool- und Bankingmodelle zur Kompensation von Eingriffen in die Biodiversität im internationalen Kontext

Weltweit gibt es unterschiedliche Ansätze der Umweltfolgenbewältigung, u.a. die Umweltverträglichkeitsprüfung, das US Wetland Mitigation und die deutsche Eingriffsregelung. Diese Instrumente sind auf die Vermeidung, Minimierung und Kompensation von Eingriffen in die Umwelt ausgerichtet. Vor dem Hintergrund der CBD wird seit einiger Zeit verstärkt diskutiert, inwieweit die Belange der biologischen Vielfalt bereits in den bestehenden Instrumenten der Eingriffsfolgenbewältigung berücksichtigt werden bzw. wie Beeinträchtigungen der Biodiversität oder ihrer Bestandteile ausgeglichen werden können.

Derzeit spielen insbesondere die Themenkomplexe der Maßnahmenbündelung ("aggregated offsets" bzw. Poolmodelle) und der Bevorratung von Flächen und Maßnahmen für den Eingriffsausgleich ("compensation banking" bzw. Bankingmodelle) eine herausragende Rolle. In Bezug auf Pool- und Banking-Modelle lassen sich zum einen weitgehend etablierte und bekannte Systeme (mit einer Vielzahl bzw. mehreren Pools oder Banks) und zum anderen vereinzelte Pools und Banks bzw. solche, die sich derzeit in Entwicklung befinden, unterscheiden. Im internationalen Kontext ergeben sich entsprechend dieser Untergliederung vier Schwerpunktgebiete für die Untersuchung von Pool- und Banking-Modellen (vgl. Abbildung 1):

  1. Deutschland: Flächenpools und Flächenagenturen
  2. USA: Wetland Mitigation Banking und Conservation Banking
  3. Australien: BushTender und BushBroker, Biobanking
  4. Sonstige: vereinzelte Bankingansätze

Das geplante Vorhaben zielte darauf ab, im Rahmen von Fallstudien, die im Wesentlichen auf telefonischen Experteninterviews mit den Betreibern von ausgewählten Pools oder Banks basieren, zum einen die Praxis der bestehenden Pool- und Bankingmodelle in den Schwerpunktgebieten aufzuzeigen und dabei auch Hemmnisse bzw. Konditionen für die Bildung bzw. den Erfolg von Pool- und Bankingmodellen herauszuarbeiten. Zum anderen wurde beleuchtet, wie verschiedene methodische und fachliche Anforderungen an die Kompensation in der Praxis behandelt bzw. gelöst werden. Diese methodischen und fachlichen Anforderungen umfassten z. B. die Frage, wie ein angemessenes qualitatives und quantitatives Verhältnis von Eingriff und Ausgleich ermittelt werden kann (räumlicher und funktionaler Bezug, Kompensationsfaktor), die Landverfügbarkeit und Besitzverhältnisse sowie Flächensicherung von Kompensationsflächen, die Dauerhaftigkeit von Maßnahmen, Monitoring und Follow-Up.

Für die Recherche waren vier Arbeitspakete vorgesehen:

  1. Kurze Recherche zu allgemeinen Grundlagen von Pool- und Banking-Modellen, Begriffsdefinition
  2. Sondierende Recherche zu den vier Schwerpunktgebieten (Deutschland, USA, Australien, sonstige)
  3. Fallstudien (je ca. 2-3 pro Schwerpunktgebiet)
  4. Vergleich und Synthese der Ergebnisse

Das Projekt vereinte die organisatorische und die fachliche Dimension der Flächen- und Maßnahmenbevorratung. Der Schwerpunkt lag auf der Untersuchung verschiedener fachlicher Fragestellungen. Dazu wurden Beispiele aus dem internationalen Raum als Grundlage bzw. zur Illustrierung herangezogen werden. Dabei wurden auch die Wechselwirkungen zwischen Biodiversität und Klimawandel bzw. Biodiversitätsschutz und Klimaschutz berücksichtigt.

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Laufzeit

09/2009 - 12/2009

 

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr.-Ing.
Wolfgang Wende

Tel. +49 (0) 351 46 79 242
W.Wende[im]ioer.de