Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM): Sparsame und effiziente Flächeninanspruchnahme im deutschen Küstenraum

Umsetzung der nationalen Strategie zum IKZM: Strategien, Instrumente und Maßnahmen eines sparsamen, umweltschonenden und effizienten Umgangs mit der Ressource "Fläche" im Küstenraum - Fallstudien in Regionen mit besonderem Handlungsbedarf

Projektgebiete. (Quelle: IÖR) Für eine Darstellung aller Projektgebiete bitte auf die Abbildung klicken.
kleine Abbildung der Projektgebiete

Ausgangslage und Anlass

Mit Beschlussfassung vom 22. März 2006 wurde die Nationale Strategie für ein Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM) in Deutschland verabschiedet. Sie basiert auf der Empfehlung 2002/413/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2002 zur Umsetzung einer Strategie für ein Integriertes Management der Küstengebiete in Europa, in der das IKZM seine Strukturierung erfahren hat. In den folgenden Jahren wurden erste Projekte zum IKZM, z. B. "IKZM in der Odermündung", "Zukunft Küste - Coastal Futures" und "IKZM-Tauglichkeit größerer Planungsverfahren" durchgeführt. Am 14. Dezember 2006 hat der Bundestag auf Antrag der Regierungskoalition die kontinuierliche Fortentwicklung des Integrierten Küstenzonenmanagements beschlossen.

Ziel

Ziel des F+E-Vorhabens war es, ausgehend von vier Praxisbeispielen Strategien, Instrumente und Maßnahmen für eine sparsame, schonende und effiziente Flächeninanspruchnahme im deutschen Küstenraum vorzuschlagen.

Das IKZM soll dabei als Prozess und Instrument die verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen Nutzungsansprüche an den Küstenraum und die Schutzinteressen für den Küstenraum zusammenführen und frühzeitig, das heißt, im Vorfeld formeller Planungs- und Genehmigungsverfahren, Entwicklungsmöglichkeiten, Konfliktpotenziale und Konfliktlösungen aufzeigen. Es stellte sich die Frage, welche Strategie und welcher Mix aus planerischen, ökonomischen und rechtlichen Maßnahmen und Instrumenten sich besonders dazu eignen, Flächen einzusparen und effizient zu nutzen.

Projektinhalte und Vorgehen

Ausgehend von den IKZM-Grundsätzen und Umsetzungszielen der Nationalen Strategie Deutschlands sollte unter dem Fokus der Flächeninanspruchnahme für ausgewählte Fallstudienregionen zunächst eine Bestandsaufnahme der Flächennutzung durchgeführt werden. Dabei kam das vollautomatische digitale Erfassungssystem "SettlementAnalyser - SEMENTA®" zum Einsatz, welches vom IÖR entwickelt wurde und rasch einen aktuellen Überblick zur Flächensituation im Untersuchungsgebiet erlaubt. Darüber hinaus wurden Arbeiten des IÖR zum "Nachhaltigkeitsbarometer Fläche" in die Untersuchung einbezogen und die Umweltsituation in den Projektgebieten anhand der digital verfügbaren Umweltdaten auf Grundlage eines an der TU Berlin (u. a. Dr. Alfred Herberg) entwickelten "Methodenrahmens für eine Umweltbewertung" dargestellt.

Diese Ergebnisse bildeten die Grundlage bei der Entwicklung von Szenarios durch das BIOP-Institut mit einer Darstellung und Bewertung von Entwicklungspfaden für einen Zeithorizont bis 2030. Sie flossen außerdem in die ausgewählten Praxisbeispiele ein und sollten als Grundlage für den jeweiligen IKZM-Prozess zur Anwendung kommen.

Die Auswahl der Praxisbeispiele wurde geleitet von den im Küstenraum vordringlich anstehenden Konfliktlösungen. Sie umfassten

  1. die Hafen- und Siedlungsentwicklung am Beispiel des Hamburger Hafens (Leitung: IÖR)
  2. den Küstenschutz am Beispiel der ostfriesischen Küste (Leitung: IOW)
  3. die Windenergienutzung am Beispiel des Landkreises Dithmarschen (Leitung: OECOS)
  4. den Tourismus am Beispiel der Insel Usedom (Leitung: UNI Greifswald).

Projektschema. Für größere Darstellung bitte auf das Schema klicken.
Projektschema.

Projektschema

Das Vorhaben gliederte sich in 4 Teilaufgaben (TA) mit spezifischen Arbeitspakten, die teils generalisierend und teils auf die Fallbeispiele konkretisiert wurden:

  • TA I: Bestandsaufnahme
  • TA II: Szenarien 2030 und Bewertung
  • TA III: Spezifische Probleme (Praxisbeispiele)
  • TA IV: Handlungsempfehlungen.

Ergebnisse

Die Ergebnisse mündeten in Handlungsempfehlungen zu den Bereichen "Rechtliche Instrumente", "Ökonomische Instrumente", "Planerische Instrumente" und "IKZM-Verfahrensmodell".

www.ioer.de

Laufzeit

10/2007- 9/2009

Ansprechpartner

Prof. Dr. jur. Gerold Janssen
Tel. +49 (0)351 46 79 207
g.janssen[im]ioer.de

Drittmittel

UBA
Umweltbundesamt
Ansprechpartner: Wulf Hülsmann

 

Projektpartner

IÖR (Projektleitung)
Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
Dr. iur. Gerold Janssen

IOW
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
Dr. Gerald Schernewski, Holger Janßen

Universität Greifswald
Institut für Geographie und Geologie
Prof. Dr. Wilhelm Steingrube, Dr. Ralf Scheibe

OECOS
OECOS GmbH
apl. Prof. Dr.-Ing. habil Karsten Runge, Philipp Meister

BIOP
Beckmann-Institut für biobasierte Produktlinien e. V.
Dr. Jörg Köhn, Dr. Andreas Kannen

TU Berlin
Fachgebiet vergleichende Landschaftsökonomie
Prof. Dr. Volkmar Hartje