Forschungsbereich:
Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung

Bevölkerungsprognose Stadt-Umland-Region Dresden 2021

Quelle: IÖR
Szenario Bevölkerungsentwicklung

In vielen Regionen finden Bevölkerungswachstum und -schrumpfung in unmittelbarer Nachbarschaft der Kommunen statt, so dass es immer seltener reine Wachstums- oder Schrumpfungsregionen gibt. Allgemein bekannt ist, dass es in immer mehr Kommunen zukünftig zu Bevölkerungsschrumpfung infolge von Geburtendefiziten und zur Veränderung der Altersstruktur der Einwohner kommen wird. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede der Bevölkerungsentwicklung sowohl auf Länder- als auch auf der Regionalebene. In nicht wenigen Regionen verlaufen die regionalspezifischen Bevölkerungstrends sogar konträr zu den landesweiten Trends, wodurch Übertragungen der Makrotrends der Bevölkerungsprognosen der Statistischen Ämter auf die regionale und kommunale Ebene unbefriedigend bleiben. Dennoch werden derartige Top-down-Ansätze bislang fast ausschließlich angewendet, um regionale und kommunale Bevölkerungsentwicklungen zu prognostizieren. Kleinräumige Analysen und Prognosen sind daher für Kommunen von großer Bedeutung, um Aussagen über die Anzahl, Struktur, räumlicher Verteilung und Entwicklung der Bevölkerung zu erhalten. Mit Hilfe dieser Informationen kann schon im Vorfeld auf erwartete künftige Veränderungen der Bevölkerungszahl und -zusammensetzung reagiert werden. 

Quelle: IÖR

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt-Umland-Region Dresden im Jahr 2008 eine kleinräumige Bevölkerungsprognose bis 2021 vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) erarbeiten lassen. Darin wurde die zukünftige Bevölkerungsentwicklung und ihre beeinflussenden Faktoren - natürliche und räumliche Bevölkerungsbewegung - quantifiziert. Ein Schwerpunkt der Betrachtungen waren insbesondere die sich infolge von Geburtendefiziten und veränderten Wanderungsmustern ergebenden zukünftigen altersstrukturellen Veränderungen der Einwohner. Das vom IÖR entwickelte kleinräumige Prognosemodell ermöglicht auch Vorhersagen für Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern. Auf der Grundlage der detaillierten Analyse insbesondere der räumlichen Bevölkerungsbewegungen je Gemeinde, wurden für jede Kommune 2 Szenarien für jeweils 16 Altersklassen ermittelt. Dabei wurden besondere Einflussfaktoren, wie z. B. Baulandausweisung, Einführung der Zweitwohnungssteuer oder Schließung Ausländerwohnheim berücksichtigt. Aufgrund der einheitlichen Methodik sind die Ergebnisse erstmalig vergleichbar.

Um die Trends der Bevölkerungsentwicklungen frühzeitig zu erkennen, ist ein kontinuierliches Monitoringsystem notwendig. So kann mit entsprechenden Strategien rechtzeitig auf die veränderte Situation reagiert werden. Ein solches Monitoringsystem soll in einem angestrebten Folgeprojekt entwickelt werden.

www.ioer.de

Laufzeit

11/2007-06/2008

 

Kontakt

Dipl.-Ing. Daniel Eichhorn
Tel. +49 (0)351 4679 267
D.Eichhorn[im]ioer.de


Drittmittel

Stadt Dresden, Stadt-Umland-Region Dresden