Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

Bevölkerungsschrumpfung, Bestandsumbau und städtische Wohnungsmärkte in Ostdeutschland im Vergleich - Städtevergleich

Forschungsgegenstand war die Analyse der Entwicklungstendenzen der Bevölkerung und des Wohnungsbestandes in Ostdeutschland von 1995 bis 2007 und dort speziell in den ostdeutschen Städten. Es wurden die Entwicklungen in 3 Zeitabschnitten, von 1995 bis 1999, 2000 bis 2003 und 2004 bis 2007, untersucht. Der Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsentwicklung und der Wohnungsbestandsentwicklung konnte in einer Gruppierung aller ostdeutschen Städte (> 20.000 Einwohner) in sechs Entwicklungspfaden verdeutlicht werden. Das Spektrum reicht dabei von Bevölkerungsgewinnen bis zu hohen Bevölkerungsverlusten über alle Jahre. In der Summe aller dargestellten Veränderungen ist festzustellen, dass die Städte mit Bevölkerungsgewinnen häufig durch eine Lagegunst in Nachbarschaft von Großstädten gekennzeichnet sind und so u. a. von der Stadt-Umland-Wanderung und der Förderung des Wohnungsneubaus in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre profitiert haben. Nach 2000 ist eine zunehmend positivere Entwicklung, möglicherweise eine Renaissance der Großstädte mit 100 Tausend und mehr Einwohnern, zu beobachten. Hier sollten noch vorhandene Pläne zum Abriss und Rückbau von Wohnungen bezüglich ihrer Notwendigkeit überprüft werden. Wesentlich schwieriger ist die Situation und Perspektive in den Städten zu beurteilen, die anhaltend hohe Verluste über alle Jahre hatten. Das trifft vor allem für die Städte zu, die zwischen 1950 und 1990 durch geplante Ansiedlung von Industrie und Bevölkerung ein künstlich erzeugtes Wachstum hatten. Nach dem Wegfall der Industrie nach 1990 wurden diese Städte "auf sich selbst zurückgeworfen". Die damit in Größenordnungen verbundenen Probleme wurden bisher noch nicht überwunden. Insbesondere für diese Städte ist eine weitere Unterstützung im Rahmen der Stadt-Umbauförderung notwendig. Ebenso wird diese Unterstützung zunehmend auch für kleinere Städte und Gemeinden mit weniger als 20 Tausend Einwohnern notwendig sein, deren Probleme mit dem Wohnungsbestand, insbesondere dem Wohnungsleerstand, zunehmen werden und häufig kaum aus eigener Kraft bewältigt werden können.

Die Ergebnisse Studie sind veröffentlicht unter:

Effenberger, Karl-Heinz; Banse, Juliane: "Städtische Wohnungsbestände in Ostdeutschland im Vergleich". Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag, 2010, (Reihe Wissenschaft; 23) 

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Laufzeit

07/2008-04/2010

Ansprechpartner

Prof. Dipl.-Ing. Arch.
Clemens Deilmann

Tel. + 49 (0)351 4679 251
C.Deilmann[im]ioer.de