Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

ISIE

Integration von Sanierung und Entwicklung - Koordination von Umwelt- und Entwicklungspolitik am Beispiel einer Bergbau- und Industrieregion in Ostdeutschland seit 1990

Geierswalder See im Lausitzer Seenland (Quelle: Radke/LMBV 2006)
Foto: Geierswalder See im Lausitzer Seenland (Quelle: Radke/LMBV 2006)

Die Berücksichtigung umweltpolitischer Ziele in allen relevanten Politikbereichen ist eine der großen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung. Dies gilt insbesondere auch im Bereich der Raum- und Regionalentwicklung, wo die Koordination oder Integration unterschiedlicher raumbezogener Interessen und Ziele eine Kernaufgabe darstellt. Umweltbelange spielen insbesondere dort eine große Rolle, wo die Wirtschaftsweise in der Vergangenheit erhebliche Umweltbeeinträchtigungen und Schäden verursacht hat wie in Industrie- und Bergbauregionen (Wirth und Lintz 2007).

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt ISIE zielte unter der Nutzung des Konzepts der Environmental Policy Integration (Lenschow 2002) darauf ab, Wirkungsmechanismen bei der Integration von Umwelt- und Entwicklungspolitik besser zu verstehen und Erfolgsfaktoren zu bestimmen. Dazu wurde eine ostdeutsche Industrie- und Bergbauregion (Lausitzer Seenland), retrospektiv untersucht (Betrachtungszeitraum 1990-2007). Zum einen ging es darum, den Beitrag der Sanierung (als Bestandteil der Umweltpolitik) auf die Regionalentwicklung in den betroffenen Gebieten zu bewerten. Dabei wurde das Konzept der Ecological Competitiveness (Clement 2000) aufgegriffen und weiterentwickelt. Zum anderen waren die Einflussfaktoren auf den Sanierungs- und Entwicklungsprozess (Instrumente, Akteure, Strategien) möglichst genau zu erfassen. Dadurch sollten Funktionsweisen der Politikintegration auf regionaler Ebene aufgedeckt werden, um diese in strategischen Planungsprozessen zukünftig besser berücksichtigen zu können. Als "Referenzbeispiel" für die Untersuchung diente die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher-Park (Ganser 2001), deren Ergebnisse international Maßstäbe gesetzt haben, aufgrund von anderen Rahmenbedingungen aber nicht uneingeschränkt auf Ostdeutschland und Osteuropa übertragen werden können.

Das Vorhaben schloss eine gründliche Analyse der Umweltbedingungen zu Beginn und am Ende des Sanierungs- und Entwicklungsprozesses ebenso ein wie die Betrachtung der Entwicklungsstrategien und -instrumente in der untersuchten Region. Das Forschungsprojekt konnte Hinweise zu einer effektiven Politikintegration für eine verbesserte ökologische Wettbewerbsfähigkeit in Industrie- und Bergbauregionen erkennbar machen, die auch für die aktuelle Strukturpolitik des Bundes und der Länder sowie für die europäische Zusammenarbeit von Interesse sind.

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Laufzeit

01/2008-12/2010



Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Peter Wirth
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