Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

Gewerbestrukturen - Typenbildung und Ermittlung ökologischer Kenngrößen

Neben Strukturen der Wohnbebauung prägen Gewerbestrukturen den städtischen Siedlungskörper und müssen bei der Einschätzung künftiger städtischer Entwicklungen Berücksichtigung finden. Bisher gibt es nur wenige aussagekräftige und geeignete Ansätze, Verfahren und Daten, um Stoff- und Flächenbedarfe sowie ökologische Qualitäten von Gewerbestrukturen einzuschätzen. Es ist deshalb erforderlich, für Gewerbestrukturen Grundlagendaten zu erarbeiten.

Ziel des Projektes war es, den Bereich der Gewerbebebauung nutzungsbezogen zu analysieren, eine bauform- und baukonstruktionsbezogenen Systematik aufzubauen sowie eine GIS-kompatible Typologie von Gewerbestrukturen zu entwickeln. Dabei sollten – nach Branchen differenziert – für unterschiedliche Gewerbestrukturen Flächen-, Stoff- und stadtökologische Kennwerte abgeleitet werden.

Das Ergebnis im Rahmen der Arbeiten zum Aufbau einer bauform- und baukonstruktionsbezogenen Systematik ist ein auf Gebäudearten und Wirtschaftszweige bezogener Datenpool. Er enthält Daten zur Beschreibung der baulichen Physis von Industrie- und Gewerbebauten aber auch Daten, die sich im Rahmen der Nutzung dieser Gebäude ergeben.

Bezüglich der Entwicklung einer GIS-kompatiblen Typologie für Gewerbestrukturen konnten Teilergebnisse erzielt werden. Die Analyse typischer Körper-Fläche-Relationen ergab, dass Industrie- und Gewerbeflächen deutlich anders strukturiert sind als Wohnbauflächen. Die für Wohnbebauungen charakteristischen Strukturtypen sind nicht vorhanden. Es werden vorrangig zeilen- und punktförmige Bebauungen identifiziert, jedoch in deutlich größeren Dimensionen als bei Wohnbauten. Sie bilden sogenannte Struktur-"Muster" (Schwarz-Weiß-Bilder). Diese korrelieren mit der baulichen Dichte, zum Teil auch mit der Branche sowie der Gebäudeart.

Abb.: Flächencluster (Grafik: Iris Lehmann)
Grafik

Eine Klassifizierung der Industrie- und Gewerbeflächen nach der stadtökologischen Situation war möglich. Auf Grundlage der Variablen Versiegelungsgrad wurden Clusterbildungen vorgenommen. Ausgehend von den Segmenten Natürliche Wasserflächen, Flächen ohne Gebäude sowie Flächen mit Gebäuden ließen sich innerhalb der Flächen ohne Gebäude drei Cluster, innerhalb der Flächen mit Gebäuden fünf Cluster ableiten und jeweils mit Wertebandbreiten charakteristischen Kenngrößen beschreiben.

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Laufzeit

01/2006-12/2009

Ansprechpartnerin

Dipl.-Ing. Karin Gruhler
Tel. +49 (0)351 46 79 250
K.Gruhler[im]ioer.de

 

Kooperationspartner

Stadtplanungs- und Umweltämter ausgewählter Kommunen

 

Publikation

Ressource-related parameters of industrial and commercial structures: Data base for assessing urban developments In: ConAccount 2008. Urban metabolism: measuring the ecological city. S. 220-254. Download als PDF