Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

Wirkungen des Ausbaus von Verkehrsinfrastruktur auf Natur und Umwelt

In diesem Projekt sollen Umweltwirkungen, die von der Flächeninanspruchnahme für Verkehrsinfrastruktur ausgehen untersucht werden. Unter Umweltrisiken werden hier insbesondere biologische Risiken wie beispielsweise der Verlust von biologischer Vielfalt, Stabilität und Ökosystemfunktionen (WBGU 1999) verstanden, die auch direkte Auswirkungen auf die Umwelt- und Lebensqualität haben. Dabei stehen die Landschaftszerschneidung und deren Auswirkungen auf das Europäische Schutzgebietsnetz (Natura 2000) und andere Initiativen zum europäischen Biotopverbund (z. B. Pan-European Ecological Network - PEEN) im Vordergrund. Die Umweltauswirkungen der Flächeninanspruchnahme für Verkehrsinfrastruktur gelten heute als eine der wichtigsten Ursachen des Artenverlustes. Neben der Tier- und Pflanzenwelt betreffen die Folgen der Landschaftszerschneidung auch den Menschen. So kommt es beispielsweise durch die Verkleinerung und Verlärmung von Erholungsräumen zu einem Verlust an Lebensqualität. Der Grad der Landschaftszerschneidung ist damit ein wichtiger Indikator für den Zustand und die Qualität einer Landschaft.

Mit dem Projekt werden zwei Hauptziele verfolgt. Erstens soll analysiert werden, welche Risiken in dem Konfliktfeld Verkehr - Biodiversität gegenwärtig und für die Zukunft auf verschiedenen Maßstabsebenen erkennbar sind. Dazu ist die Entwicklung von Methoden zur raumbezogenen Indikation der anthropogenen Umweltveränderungen, deren potenzielle Reichweite und Folgen vorgesehen. Zweitens sollen politisch-planerische Handlungsoptionen zur Verringerung dieser Risiken identifiziert werden.

Des Weiteren soll in Kooperation mit dem European Center for Nature Conservation (ECNC) eine internationale Fachveranstaltung initiiert werden. Die Veranstaltung soll zu einer englischen Buchpublikation führen. Ein europäisches Forschungsverbundprojekt mit dem ECNC und weiteren Partnern soll vorbereitet werden und an dieses Projekt angelagert werden.

Das methodische Vorgehen umfasst zum einen die Synthese von Konzepten des großräumigen Biotopverbunds in Deutschland und auf europäischer Ebene (Welche Ansätze gibt es? Wie ist der Stand der Umsetzung? Welche Flächen wurden ausgewählt? usw.) und zum anderen eine ökologische Risikoanalyse zum Konfliktbereich Biotopverbund ? Verkehr am Beispiel von Sachsen, Tschechien und Polen. Dazu gehört auch die Erarbeitung planerisch-politischer Handlungsempfehlungen.

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Laufzeit

07/2006-08/2008

 

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr.-Ing.
Wolfgang Wende

Tel. +49 (0) 351 46 79 242
W.Wende[im]ioer.de


Kooperationspartner

Bundesamt für Naturschutz

TU Stuttgart,
Institut für Landschaftsplanung und Ökologie