Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

Brachflächenpotenziale

Instrumente zur Nutzung von Brachflächenpotenzialen für Naturschutz und Freiraumentwicklung in urbanen Räumen

Foto: Stutzriemer, IÖR

Auch wenn viele Städte inzwischen wieder wachsen, müssen sie sich häufig noch mit dem Problem vorhandener Wohn-, Gewerbe- und Industriebrachen auseinandersetzen. Es stellt sich die Frage, welche Nachnutzungen für Brachen möglich und sinnvoll sind. Hierzu liegt bereits eine Vielzahl an Erkenntnissen vor, allerdings fehlte bisher ein integrierender Ansatz, der unterschiedlichen Zugänge zum Thema - ökonomischer, rechtlicher, städtebaulicher, infrastruktureller, sozialer, naturschutzfachlicher und freiraumplanerischer Art - zusammenführt. Das Projekt widmete sich der Zusammenschau von naturschutzfachlichen und freiraumorientiert-nutzungsbezogenen Aspekten unter besonderer Berücksichtigung der planerisch-instrumentellen Umsetzung bzw. Umsetzbarkeit damit verbundener Zielvorstellungen. Die weiteren, eben genannten Aspekte, werden als Rahmenbedingungen betrachtet. Im Zentrum standen zwei Forschungsfragen:

  1. Unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang sind Ziele "des" Naturschutzes und der städtischen Freiraumnutzung zur Aufwertung des Wohnumfeldes bei der Entwicklung von Brachflächen miteinander vereinbar?
  2. Welche planerisch-instrumentellen Möglichkeiten bestehen, ein freiraum- und naturschutzfachlich sinnvolles Brachenflächenmanagement zu betreiben und wie kann dabei mit der "Zufälligkeit" von Brachenentstehung und der hohen Dynamik der Brachenentwicklung umgegangen werden?

Ziel war es, Strategien für die Nutzung von Brachflächen zu entwickeln, die gleichermaßen der Verbesserung der menschlichen Lebensqualität sowie dem städtischen Naturschutz dienen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Frage gelegt, welche planerischen Instrumente hierfür besonders geeignet sind. Als Ergebnis können nun Entscheidungshilfen für die Naturschutz- und Freiraumplanung zur Nutzung von Potentialen städtischer Brachflächen zur Verfügung gestellt werden.

Zwei wichtige Projektergebnisse sind:

  • Erkenntnisse zur Wahrnehmung und Akzeptanz von Renaturierungsoptionen durch die Stadtbevölkerung (Brachenumfeld- und Brachflächenebene): Bei Entscheidungen über die Nutzung städtischer Brachflächen für den Naturschutz ist es wichtig zu wissen wie Brachflächen von den Bewohnern wahrgenommen werden, ob spontan entstandene Wildnis Akzeptanz findet, ob bzw. wie solche Flächen genutzt werden und welche Nutzungsvorstellungen die Stadtbewohner für Brachflächen haben. Zur Beantwortung dieser Fragen wurden in sechs Dresdener Stadtgebieten eine Bevölkerungsbefragung zu Wahrnehmung, Akzeptanz und Nutzung von städtischen Brachflächen durchgeführt. Aus den Ergebnissen lassen sich Erkenntnisse dazu ableiten, welche Renaturierungsoptionen sich aus Sicht der Stadtbewohner besonders zur Brachflächen- bzw. Wohnumfeldaufwertung eignen. Die Ergebnisse wurden zur Validierung mit den Ergebnissen einer vom UFZ etwas später in Leipzig durchgeführten Befragung verglichen.
  • Matrix zur Bewertung von freiraumplanerischen Nutzungsoptionen für Stadtbrachen (Brachflächenebene): Folgende freiraumplanerische Nutzungsoptionen für Stadtbrachen wurden im Hinblick auf ihren Mehrwert für eine nachhaltige Stadtentwicklung, auf die notwendigen Voraussetzungen, aber auch auf Grenzen der Umsetzbarkeit analysiert: urbane Landwirtschaft, urbaner Wald, Gärten, Flächen für Sport und Spiel, Veranstaltungsorte (temporär), extensive Grünanlagen, Naturerfahrungsräume, Sukzessionsflächen und Wildnis (siehe Poster).

 

 

www.ioer.de

Laufzeit

02/2007-12/2011

Kontakt

Dr. rer. nat. Juliane Mathey
Tel. +49 (0)351 46 79 231
J.Mathey[im]ioer.de


Finanzierung

Grundfinanzierung


Partner

TU Dresden
Stadt Dresden
UFZ Leipzig
ausgewählte Städte


Download

Poster