Forschungsbereich:
Umweltrisiken in der Stadt- und Regionalentwicklung

MULTISURE

Entwicklung MULTISequenzieller Vorsorgestrategien für grundhochwassergefährdete URbanE Lebensräume

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Quelle: Schinke, IÖR
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Hintergrund
Hohe Grundwasserstände als ein sekundärer Effekt von Oberflächenwasserüberflutung mit den resultierenden Schäden und Risiken für unterirdisch gelegene Gebäudeteile werden bei der Analyse von Hochwasserereignissen häufig unterschätzt und vernachlässigt. Ein wesentliche Ursache wird in der fehlenden Methodik zur Erfassung derartiger Gebäudeschäden gesehen. Das erschwert die Aufstellung von belastbaren, grundwasserbezogenen Schutzkonzepten sowie deren Umsetzung und Kommunikation durch die zuständigen Gebietskörperschaften und Behörden.

Ziel des interdisziplinären Verbundprojektes ist es daher, Methoden zur Abschätzung und Bewertung von Gefahren und Risiken infolge von erhöhten Grundwasserständen zu entwickeln. Am Beispiel des Dresdner Elbtalgrundwasserleiters sowie der unterirdischen Bebauung von Dresden sollen Methoden für eine risikoorientierte Ableitung von Schutzzielen und Schutzmaßnahmen einschließlich geeigneter Strategien zur Kommunikation und öffentlichkeitswirksamen Visualisierung erarbeitet werden. 

Untersuchungsansatz
Die Arbeiten im Teilprojekt des IÖR fokussierten auf die Entwicklung eines räumlich, hochauflösenden Schadensmodells zur Ermittlung von Grundhochwasserschäden an unterirdisch gelegenen Gebäudeteilen. Das Schadensmodell zielt damit auch auf ereignis- und szenarienbasierte Schadensprognosen ab, so dass sich die Wirksamkeit und die Effizienz von Schutz- bzw. Vorsorgemaßnahmen bewerten lassen.

Ergebnisse
Im Rahmen des Projektes wurde das Schadenssimulationsmodell für Grundhochwasser (GRUWAD) entwickelt und am Beispiel von Dresden getestet. Die auf der Kopplung von Informationen auf Gebäudeebene basierende Berechnung verdeutlicht dabei die hohe räumliche Auflösung des Ansatzes.

Das Modell bindet die Ergebnisse der Grundwasserströmungsmodellierung (DGFZ), der gebäudetypologisch-nutzungsstrukturellen Kartierung (IÖR) und die Vulnerabilitätsanalyse für die unterirdischen Gebäudeteile infolge von Grundhochwasser (IÖR) ein. Durch die flexible, modulare Struktur kann das Modell an unterschiedliche Anforderungen bezüglich Maßstabsebene und konkreter Zielstellung angepasst werden.
In Auswertung und Interpretation der Berechnungsergebnisse ließen sich die Risiken gegenüber Grundhochwasser darstellen und die Wirksamkeit von Schutzkonzepten aufzeigen. Damit leistet das Modell einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtziel des Verbundprojektes.

Publikationen
Schinke, Reinhard; Neubert, Marco; Hennersdorf, Jörg; Stodolny, U.; Sommer, T.; Naumann, Thomas: Damage estimation of subterranean building constructions due to groundwater inundation – the GIS-based model approach GRUWAD In: Natural Hazards and Earth System Sciences 12 (2012) 9, S. 2865-2877, doi:10.5194/nhess-12-2865-2012 

Schinke, Reinhard; Neubert, Marco; Hennersdorf, Jörg; Gruhler, Karin: Schadensmodellierung auf der Grundlage gebäudetypologischer Untersuchungen und synthetisch ermittelter Schadensbeziehungen; In: Sommer, T.; Deilmann, C.; Kreibich, H.; Grunenberg, H. ; Bothmer, D.; Ullrich, K. (Hrsg.): Unterirdische Schadenspotentiale durch Grundhochwasser in urbanen Lebensräumen. Dresden: Dresdner Grundwasserforschungszentrum, 2012, (Gemeinsame Mitteilungen des Dresdner Grundwasserforschungszentrums e.V. und seiner Partner; 6/2012), S.31-72

www.ioer.de

Laufzeit

12/2006 - 04/2010


Kontakt

Dr.-Ing. Reinhard Schinke
Tel. +49 (0)351 4679 295
R.Schinke[im]ioer.de

Finanzierung

Bundesminsterium für Bildung und Forschung (BMBF)

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BMBF – Förderaktivität "Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse" (RIMAX)

 

Partner

  • Dresdner Grundwasserforschungszentrum e. V. (Projektleitung),
  • Hochschule Zittau/Görlitz,
  • Universität Lüneburg,
  • Landeshauptstadt Dresden,
  • GeoForschungsZentrum Potsdam