Forschungsschwerpunkt

Umweltqualität in Städten und Regionen

DINGHO

Dezentraler, integrierter und grenzübergreifender Hochwasserschutz in den deutsch-tschechischen Einzugsgebieten der Kammlagen des Mittleren Erzgebirges

Ziel ist es, den grenzübergreifenden Hochwasserschutz in den Einzugsgebieten der Kammlagen des mittleren sächsisch-böhmischen Erzgebirges zu verbessern bei besonderer Beachtung der Gewässer zweiter Ordnung in den Teileinzugsgebieten der Oberen Flöha. Zur Umsetzung diesbezüglicher raumkonkreter Maßnahmen sollen grenzübergreifend Akteure identifiziert und eine Netzwerkarbeit angebahnt werden.

Problemaufriss
Die Hochwasserkatastrophe von 2002 und die regional konzentrierten Ereignisse von 1999 und 2000 waren u. a. für die Stadt Olbernhau mit katastrophalen Folgen verbunden, da die Stadt Hochwasser maximal im HQ20 schadensfrei abführen kann. Der Gesamtschaden im Stadtgebiet Olbernhau durch das Hochwasser 2002 bezifferte sich auf 62 Mio Euro. Ein ähnlich hohes Gefahrenpotenzial verursachen Hochwasserabflüsse an der Südabdachung auf tschechischer Seite. Die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Hochwasserschutzkonzepte liefern wesentliche Erkenntnisse über das Niederschlag-Abfluss-Verhalten in den Einzugsgebieten und haben zur Festsetzung zentraler Hochwasserrückhaltemaßnahmen geführt, allerdings unterhalb der Stadt Olbernhau. Die Flächen der oberen Einzugsgebiete, besonders die Hochwasserentstehungsgebiete und die hydrologisch angeschlossenen Tiefenlinien, Entwässerungsbahnen und oberen Vorfluter verfügen über erhebliches zusätzliches Rückhaltepotenzial. Wenn dieses ausgenutzt würde, könnte das Gefahrenpotenzial und das Schadensausmaß sowohl für die Unterlieger als auch in den oberen grenzüberschreitenden Einzugsgebieten der Kammlagen deutlich verringert werden.

Fragestellungen

  1. Sind die Kammlagen des Mittleren Erzgebirges die vorhandenen Potenziale für einen dezentralen Hochwasserschutz zur Dämpfung der Hochwasserwelle und des Risikopotenzials ausreichend?
  2. Kann der Hochwasserschutz im grenzübergreifenden Einzugsgebiet in einer koordinierten Weise durch die Akteure der beiden Nationalstaaten bewältigt werden und wenn ja, wie?
  3. Kann die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen durch die fachübergreifende bilaterale Zusammenarbeit verbessert werden?


... Homepage: http://www.geo.fu-berlin.de/geog/fachrichtungen/angeog/projekte/dingho/

www.ioer.de

Laufzeit

11/2006-06/2008



Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr.-Ing.
Wolfgang Wende

Tel. +49 (0) 351 46 79 242
W.Wende[im]ioer.de

Drittmittel

INTERREG III A



Projektträger

Prof. Dr. Achim Schulte
Institut für Geographische Wissenschaften, Freie Universität Berlin