Abgeschlossenes Projekt

SynRoCz

Synthese gemeinsamer deutsch-tschechischer Raumordnungsvorhaben zur Stärkung der territorialen Kohäsion

Erweiterter deutsch-tschechischer Grenzraum und Euroregionen (Quelle: IÖR)
Karte

Hintergrund

Ähnlich wie der deutsch-polnische ist auch der deutsch-tschechische Grenzraum durch eine - im Vergleich zum europäischen Durchschnitt - niedrige Bevölkerungsdichte, geringe Wirtschaftskraft und teilweise schlechte Verkehrsanbindung gekennzeichnet. Jenseits einer Vielzahl grenzüberschreitender Kooperationsinitiativen auf regionaler und lokaler Ebene gibt es bereits eine intensive großräumige Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik. Das wichtigste Instrument in dieser Hinsicht ist die EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG IIIB im mittelsüdosteuropäischen Kooperationsraum "Central, Adriatic, Danubian and South-Eastern European Space" (CADSES). Anders aber als etwa in den Beziehungen zwischen Polen und Deutschland existiert bislang keine bilaterale Regierungskommission mit einem Ausschuss für Raumordnung. Im Jahr 2004 haben jedoch Staatssekretär Tilo Braune und die damalige Vizeministerin Ivana Hanačiková aus dem Tschechischen Ministerium für Regionalentwicklung die Bildung einer gemeinsamen deutsch-tschechischen Arbeitsgruppe für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Raumentwicklung angeregt, die im Laufe des Jahres 2006 zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen soll.

Politikberatung

Das Forschungsprojekt soll die konstituierende Sitzung der deutsch-tschechischen Arbeitsgruppe für Raumentwicklung vorbereiten und unterstützen. Dabei stehen vier Arbeitsschritte im Mittelpunkt:

  • Auswertung grenzüberschreitender deutsch-tschechischer Kooperationsprojekte im Bereich der Raumentwicklung und Identifizierung von Schlüsselthemen der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit im Bereich der Raumentwicklung.
  • Zusammenfassende Darstellung der räumlichen Planungssysteme Deutschlands und der Tschechischen Republik und schwerpunktmäßige Darstellung der Planungsverfahren für großflächige Einzelhandelseinrichtungen und Windkraftanlagen.
  • Formulierung eines Entwicklungsleitbilds für den erweiterten deutsch-tschechischen Grenzraum.
  • Erarbeitung politischer Handlungsempfehlungen für die zukünftige deutsch-tschechische Zusammenarbeit im Bereich der Raumentwicklung.

Forschung

Die Entstehung grenzüberschreitender Institutionen ist bereits von verschiedenen Autoren (z. B. Blatter) eingehend untersucht worden. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem die Frage, ob sich derartige Institutionen eher aufgrund materieller Problemlagen und physischer Interdependenzen oder aber eher vor dem Hintergrund ideeller Paradigmen und persönlicher Orientierungen der Schlüsselakteure bilden. Die meisten bisherigen Untersuchungen zu cross-border governance und grenzüberschreitenden Institutionen beziehen sich zudem auf die regionale und weniger auf die zwischenstaatliche Ebene. Es ist bislang jedoch kaum untersucht worden, welchen Beitrag die staatliche Ebene zur Stärkung der grenzüberschreitenden institutionellen Kapazität als ganzer leisten kann und in welchem Verhältnis instrumentelle und ideelle Aspekte hier zueinander stehen.

Im Rahmen einer Einzelfallstudie wird daher folgenden Fragen nachgegangen:

  • Wie wird die räumliche Situation des deutsch-tschechischen Grenzraums von Akteuren in Tschechien und Deutschland wahrgenommen?
  • Warum konstituiert sich die deutsch-tschechische Arbeitsgruppe für Raumentwicklung gerade jetzt, 15 Jahre nach der politischen Wende in Mittelosteuropa?
  • Inwieweit steht die neu geschaffene Institution in Einklang mit den Interessen der Akteure?
  • Welche Empfehlungen lassen sich für die weitere Arbeit dieser zwischenstaatlichen Kommission aussprechen, vor allem im Hinblick auf die Lösung der bestehenden grenzüberschreitenden, räumlichen Probleme?

Ergebnisse

Zwischenbericht auf Deutsch - download in PDF (1,2 MB)
Zwischenbericht auf Tschechisch - download in PDF (1,48 MB)

Kurzfassung des Zwischenberichts auf Deutsch - download in PDF (250 kB)
Kurzfassung des Zwischenberichts auf Tschechisch - download in PDF (302 kB)

Seminar 23.03.2006: Abstracts auf Deutsch - download in PDF (131 kB)
Seminar 23.03.2006: Abstracts auf Tschechisch - download in PDF (180 kB)

Kurzfassung des Endberichts auf Deutsch - download in PDF (135 kB)
Kurzfassung des Endberichts auf Tschechisch - download in PDF (145 kB)

www.ioer.de

Laufzeit

08/2005-06/2006

Ansprechpartner

Dr. Ing. Markus Leibenath
Tel. +49 (0)351 46 79 272
M.Leibenath[im]ioer.de

 

Drittmittel

Bundesministerium für Verkehr, Bauwesen und Stadtentwicklung (BMVBS), Programm "Aufbau Ost"

 

Kooperationspartner

Ústav územního rozvoje (ÚÚR), Brno