Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

Untersuchung der Investitionsprozesse im Wohnungsbestand

Foto: Haus unsaniert
Foto: Haus saniert

Ausgangslage

Die volkswirtschaftlichen Investitionen in den Wohnungsbestand übertreffen in Deutschland seit dem Jahr 2000 die Neubauinvestitionen. Entscheidungen von Eigentümern über Investitionen in den Wohnungsbestand unterliegen gewandelten Nachfragepräferenzen sowie neuen ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig gibt jedoch die amtliche Datenlage über Prozesse im Wohnungsbestand nur geringfügig Auskunft.

Zielsetzung des Projektes

Mit dem Projekt sollen Grundlageninformationen über Investitionsprozesse in Wohnungsbestände unterschiedlicher Eigentümergruppen für die Politik gewonnen werden, unter anderem, weil die Wohnungspolitik in den letzten Jahren zunehmend bestandsorientierter geworden ist. Das Projekt wird als Pilotstudie für ein umfassendes Wohnungsbestandsmonitoring verstanden.

Konzept des Projektes

In dem ersten Arbeitsabschnitt ist im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse die quantitative Bedeutung des Wohnungsbestandes für die Wohnungsversorgung und die Veränderungen der Bestandsqualität untersucht worden. Daneben wurde auf die Rentabilität von Bestandsinvestitionen eingegangen sowie nicht nachfragegerechte Bestandssegmente identifiziert. Ebenfalls haben Transaktionen von verschiedenen Wohnungsmarktsegmenten Berücksichtigung gefunden, weil sich zumindest an Käufe aus dem Wohnungsbestand regelmäßig auch Bestandsinvestitionen anschließen. Die Sekundärdatenanalyse wurde für Deutschland insgesamt, Ost- und Westdeutschland, verschiedene Wohnungsmarktsegmente sowie alle Eigentümergruppen durchgeführt. Der Betrachtungszeitraum dabei war 1998 bis 2003/2004. Es wurden Datenquellen von amtlichen, halbamtlichen und privaten Datenprovidern recherchiert und im Hinblick auf die Projektfragestellungen ausgewertet.

Im Gegensatz zur Sekundärdatenanalyse, die eine makroökonomische Analyse des gesamten Wohnungsbestands darstellt, bezieht sich die an der TU Dresden (Lehrstuhl für Allgemeine Wirtschafts- und Sozialgeographie) durchgeführte Primärerhebung auf das Wohnungsmarktsegment der privaten Eigentümer von Mietobjekten in ausgewählten Untersuchungsstädten. Für dieses Segment ist die Informationslage ungünstiger als für die übrigen Eigentümergruppen bzw. die selbstgenutzten Immobilien/Wohnungen. Für die Primärerhebung wurden Städte dahingehend ausgewählt, dass heterogene Wohnungsmarktkonstellationen (dynamisch, stagnierend, zurückgehend) in Ost- und Westdeutschland in der Stichprobe enthalten sind. Diese Vorgehensweise sollte vor allem repräsentative Ergebnisse für das Investitionsverhalten der privaten "Amateurvermieter" ermöglichen.

Die Ergebnisse des Projektes wurden im Heft Forschungen 129 des BBR im Jahr 2007 (PDF) veröffentlicht.

www.ioer.de

Laufzeit

10/2004-02/2007

Ansprechpartner

Dr. Ing. Gotthard Meinel
Tel. +49 (0)351 4679 254
G.Meinel[im]ioer.de

Kontakt im BBR

Wolfgang Neußer
Tel.: +49 (0)1888 401-1281
wolfgang.neusser[im]bbr.bund.de



Drittmittel

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)



Kooper.-Partner

TU Dresden, Institut für Geographie, Lehrstuhl für Allgemeine Wirtschafts- und Sozialgeographie
Prof. Winfried Killisch

Dr. Jan Glatter
Tel.: 0351 4633 5973
E-Mail: jan.glatter[im]tu-dresden.de