Abgeschlossenes Projekt

Ökoprofit International

Private-Public-Partnership-Netzwerke für eine nachhaltige Entwicklung von Politiken und Gesellschaft

Im Hinblick auf die Umsetzung umweltpolitischer Zielsetzungen gibt es eine Reihe unterschiedlicher Ansätze. Neben den auf Zwang beruhenden ordnungsrechtlichen und monetären Instrumenten (z. B. Verbote oder Abgaben) gibt es auf Freiwilligkeit basierende Instrumente. Hierzu gehören die Umweltinformations- und Umweltmanagementsysteme wie die EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS) oder die ISO-Norm 14001. Bereits vor der Einführung dieser Systeme gab es jedoch vergleichbare Programme wie etwa das 1991 von der Stadt Graz entwickelte Ökoprofit-Programm.

Ökoprofit ist ein von Städten organisiertes betriebliches Umweltberatungs- und Zertifizierungsprogramm, das gleichermaßen zur Verbesserung der Umweltsituation als auch zur Senkung von betrieblichen Kosten (z. B. durch Einsparung von Ressourcen) führen soll. Es weist ein großes Potenzial für die Förderung eines umweltorientierten Netzwerks auf, das die Unternehmen mit den Kommunen als auch die Unternehmen untereinander verbindet.

Vor dem beschriebenen Hintergrund ist es das Ziel des Interreg-Projektes, das relativ junge Instrument Ökoprofit im Kontext der internationalen nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung zu untersuchen. Im Einzelnen verfolgt das Vorhaben vier Ziele:

  • Erstens geht es um die Analyse und Bewertung der Rahmenbedingungen und Voraussetzungen einer Einführung von Ökoprofit in Kommunen auf der Basis einer zu entwickelnden Stärken-Schwächen-Analyse,
  • zweitens geht es darum, die Möglichkeiten und Grenzen einer Weiterentwicklung des Ansatzes zu einem kommunalen bzw. regionalen Umweltmanagementsystem unter Berücksichtigung spezieller kommunaler Umweltprobleme zu untersuchen,
  • drittens sollen die Wirkungen von Ökoprofit in den beteiligten Partnerstädten anhand eines zu entwickelnden Kriterien- und Indikatorenkataloges eingeschätzt werden,
  • viertens wird die Übertragbarkeit von Ökoprofit auf andere Städte bzw. Regionen in Europa analysiert.

Insgesamt gesehen leistet das Projekt einen Beitrag zur Diskussion und Weiterentwicklung des informellen Instrumentariums der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik auf kommunaler und regionaler Ebene. Das Projekt knüpft an bisherige Arbeiten des IÖR zu Umweltmanagementsystemen und zum Umweltaudit (im Bauwesen) sowie zu Umweltgütesiegeln an, greift aber auch auf Erfahrungen in Zusammenhang mit der Organisation regionaler Kooperationen (z. B. P 112 "InnoRegio") sowie der Evaluierung regionaler Entwicklungsprozesse (P 159 "REK Eval") zurück.

Das Vorhaben richtet sich einerseits an Wissenschaftler, die sich mit Umweltmanagementsystemen sowie kommunaler / regionaler Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik beschäftigen. Andererseits sind die Kommunen und Regionen selbst Adressaten des Vorhabens, da sie (potenzielle) Anwender von Ökoprofit sind. Schließlich können staatliche und EU-Behörden als Adressaten bezeichnet werden, da diese für die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für die Einführung von Umweltmanagementsystemen verantwortlich sind.

Homepage: http://www.ecoprofit-interreg3c.com

www.ioer.de

Laufzeit

2/2004-9/2006

Ansprechpartner

Dr. rer. pol. Gerd Lintz
Tel. +49 (0)351 46 79 227
G.Lintz[im]ioer.de

 

Drittmittel

INTERREG III C

 

Kooperationspartner

Institut für Geographie und Raumforschung der Karl-Franzens-Universität Graz, Stadt Graz (Lead Partner),

weitere Partner in Italien, Polen, Slowenien und Ungarn