Forschungsbereich:
Monitoring der Siedlungs- und Freiraumentwicklung

Nachfragepotenzial nach Wohnungsneubau in Baden-Württemberg bis 2030

Trotz des von Fachleuten für Baden-Württemberg erwarteten Bevölkerungsrückgangs wird sich die Nachfrage nach neu gebauten Wohnungen weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen. Bis 2030 können Planer mit dem Neubau von bis zu 604 000 Wohnungen rechnen. Dies entspricht durchschnittlich 30 000 Wohnungen im Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR). Sie wurde im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen (ARGE) erstellt.

Die Ergebnisse der Studie mit dem Titel "Nachfragepotenzial nach Wohnungsneubau in Baden-Württemberg bis 2030" basieren auf einem im IÖR entwickelten dynamischen Wohnungsprognosesystem, das bereits für die beiden Vorgänger-Studien für Baden-Württemberg in den Jahren 2005 und 2009 eingesetzt wurde. Die Besonderheit des IÖR-Wohnungsprognosesystems besteht darin, dass nicht nur der für die Grundversorgung der baden-württembergischen Haushalte notwendige Wohnungsbedarf (einschließlich des Nachholbedarfs aufgrund von Wohnungsdefiziten in der Vergangenheit), sondern darüber hinaus auch die Wohnwünsche der Bevölkerung, also das Nachfragepotenzial nach Wohnungsneubau berücksichtigt werden.

Dabei spielt die regionale Differenzierung eine wichtige Rolle, da nicht jede Wohnung in einer beliebigen Region zur Befriedigung der Wohnwünsche der Haushalte beitragen kann. Die Nachfrager haben ihre individuellen, vom Wohnungsangebot unabhängigen Wohnbedürfnisse und möchten diese gern umsetzen. Durch die Berücksichtigung der Wohnpräferenzen unterschiedlicher Nachfragergruppen und eine sehr kleinräumige Differenzierung kommt die Prognose des IÖR erfahrungsgemäß zu höheren Neubauerwartungen als die Wohnungsbedarfsprognose des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. Parallel zum Neubaupotenzial können sich in anderen Marktsegmenten aber auch Wohnungsleerstände abzeichnen.

Von den bis zum Jahr 2030 prognostizierten 604 000 Wohnungen werden bis zu 329 200 Einheiten als Ersatz für nicht mehr marktfähige Wohnungen notwendig. Auf individuelle Wohnwünsche entfallen künftig bis zu 159 900 Einheiten. Schätzungsweise 83 600 Einheiten werden nötig, weil es – trotz Bevölkerungsrückgangs – mehr Haushalte geben wird. Für den Ausgleich des Mangels an Wohnraum in der Vergangenheit müssen rund 17 300 Wohnungen eingeplant werden und für den sonstigen Neubau, etwa von Freizeitwohnungen oder als Reserve für geplante Umzüge, kommen 14 000 Einheiten zusammen. Am häufigsten werden voraussichtlich selbstgenutzte Eigenheime nachgefragt werden.

Mit dem im IÖR entwickelten dynamischen Wohnungsprognosesystem können künftige Wohnungsmarktentwicklungen auf der kommunalen, regionalen sowie Landesebene abgebildet werden.

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Laufzeit

03/2011-12/2011

 

Kontakt

Dipl.-Ing. Daniel Eichhorn
Tel. +49 (0)351 4679 267
D.Eichhorn[im]ioer.de


Finanzierung

Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen