Forschungsbereich:
Ressourceneffizienz von Siedlungsstrukturen

EASE - Energetische Aufwertung und Stadtentwicklung

Die Diskussion zur energieeffizienten Stadt wird vorwiegend aus technischer Perspektive und unter Berücksichtigung von Akteurskonstellationen geführt. Ökonomische Wirkungszusammenhänge, volkswirtschaftliche Nebenwirkungen und stadtstrukturelle Rahmenbedingungen sind vielfach nicht ausreichend behandelt und lassen diesbezüglich Fragen offen. Vor diesem Hintergrund sollten im Projekt zur "Energetischen Aufwertung und Stadtentwicklung - EASE" die Zusammenhänge zwischen lokalen Immobilienmärkten, stadträumlich-infrastruktureller Entwicklung und öffentlicher Förderung untersucht werden. Dabei erfolgte eine Konzentration auf baulich-technische Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs von Wohnimmobilien. Ziel war es, Vorschläge zu entwickeln, ob und wie die Förderpolitik die jeweils lokalen stadträumlichen Gegebenheiten berücksichtigen sollte. Ein weiteres Ziel war der Aufbau einer Datenbank zur Energieeffizienz von Städten, perspektivisch auch für Längsschnittuntersuchungen.

Im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen dem Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und dem E.ON - Energieforschungszentrum der RWTH Aachen sollten die zuvor genannten Spannungs- und Forschungsfelder eingehend beleuchtet werden. Hierzu untersuchte das IÖR die raumstrukturellen Aspekte mit Hilfe von clusteranalytischen und anderen multivariaten statistischen Methoden zur Auswahl und Analyse von Städtetypen und kleinräumigen Stadtgebieten. Das IWH ermittelte mit Hilfe ökonometrischer Verfahren die Zahlungsbereitschaft privater Haushalte und privater Investoren für energieeffizienzsteigernde Maßnahmen im Immobiliensektor und deren Implikationen für die optimale Ausgestaltung von staatlichen Fördermaßnahmen. Das E.ON Energieforschungszentrum lieferte energetische und exergetische Berechnungs- und Bewertungsansätze für unterschiedliche Varianten von Gebäudedämmstandards und Anlagentechnik, die im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen eingesetzt werden können. Neben der Darlegung und Quantifizierung der Wirkungszusammenhänge wurden im Ergebnis Ansatzpunkte für die Adaptabilität von Fördermittelprogrammen an spezifische stadträumliche, wirtschaftsstrukturelle Rahmenbedingungen deutlich.

Drei übergeordnete Fragen bestimmten die EASE-Projektarbeit:

  • Welche Bedeutung hat der lokale stadträumliche und immobilienwirtschaftliche Rahmen auf die Wirksamkeit von Fördermitteln?
  • Welche Nebeneffekte hat der energieeffizienzorientierte Umbau für die Struktur der Städte in baulicher, wirtschaftlicher sowie sozialer Hinsicht?
  • Können politische Eingriffe die Ergebnisse einer Energieeffizienzsteigerung unter Berücksichtigung stadttypologischer Spezifika positiv beeinflussen?