Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften


Integration ökologischer Belange in die Territorialplanung Russlands - EkoRus

Moskau (Foto: Peter Wirth)

Hintergrund
In der Russischen Föderation gab es in den vergangenen Jahren eine Reihe von politischen Initiativen zur Neuausrichtung des Systems der räumlichen Planung (Territorialplanung). Dies betrifft z. B. die Etablierung der Umweltverträglichkeitsprüfung und die Umweltfolgenabschätzung von Plänen und Infrastrukturprojekten. Von deutscher Seite wurden diese Bemühungen im Rahmen des Abkommens über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes unterstützt. In mehreren Regionen der russischen Föderation wurden mit deutscher Unterstützung Modellprojekte durchgeführt.

Im Ergebnis des bereits erfolgten Methodentransfers erarbeiten russische Planungsinstitutionen inzwischen selbst ökologische Fachbeiträge für andere Regionen der Russischen Föderation. Es fehlt jedoch bisher die rechtliche und administrative Integration dieser ökologischen Planungsansätze in das russische System der Territorialplanung und die Vermittlung des methodischen Know-hows an russische Territorial-, Landschafts- und Stadtplaner.

Projekt
Um dieses Defizit zu beheben, sollten wissenschaftlich begründete Vorschläge erarbeitet werden, die darauf zielen, ökologisch orientierte Ansätze in der russischen Territorialplanung besser zu verankern. Dabei wurden rechtliche, methodische und fachlich-inhaltliche Aspekte der Planung und konzeptionelle Ideen zur Umsetzung berücksichtigt. Mittels eines Rechtsvergleichs wurden die Berücksichtigung ökologischer Belange in der deutschen und in der russischen Gesamtplanung erörtert und Vorschläge für Modifikationen im russischen System abgeleitet. Aus fachlich-inhaltlicher Sicht wurde die Verankerung von Schutzgütern und Nutzungen in den Planungssystemen untersucht. Die planungsmethodische Betrachtung bezog sich auf Planungsebenen, Planungsinstrumente, die Verfahren räumlicher Planung sowie Fragen der Beteiligung und Partizipation. In einem weiteren Projektmodul wurden Grundlagen für die strategische Umweltprüfung und zur Bewertung großer Infrastrukturprojekte geschaffen.

Die Ergebnisse wurden in einer Reihe von Handreichungen dargelegt und dem russischen Ministerium für Regionalentwicklung zur Verfügung gestellt.


Dieses Projekt wurde vom Bundesumweltministerium mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz und dem Umweltbundesamt begleitet. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

In der Russischen Föderation wurde das Projekt mit dem Ministerium für regionale Entwicklung abgestimmt.

www.ioer.de

Laufzeit

5/2012-7/2014

Ansprechpartner

Prof. Dr. Wolfgang Wende
Dr. Peter Wirth
Elena Közle

Zuwendungsgeber

Umweltbundesamt

Projektpartner

NIIP Gradostroitelstva, St. Petersburg; 
HAGE+HOPPENSTEDT PARTNER (Rottenburg);

Prof. Semenev, Irkutsk