Forschungsbereich:
Wandel und Management von Landschaften

BIORUS

Umweltfolgenabschätzung und -bewältigung in Russland

Querungshilfe, sog. „Grünbrücke“ für Wildtiere über eine Autobahn bei Dresden. Maßnahme zur Wiedervernetzung des Naturraumes. Foto: P. Schauer, IÖR
Foto BIORUS, Auto: P. Schauer IÖR

Hintergrund

Im Deutsch-Russischen Regierungsabkommen zum Umwelt- und Naturschutz von 1992 bildet die Entwicklung und Adaptierung umweltplanerischer Instrumente für Russland einen Arbeitsschwerpunkt. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde ein deutsch-russisches Kompendium zur "Bewertung von Umweltauswirkungen" von Bauvorhaben (ökologisches Gutachten als Teil der Antragsunterlagen) und Durchführung der "ökologischen Expertise" (abschließendes Prüfverfahren) entwickelt. In dem 2008 erschienenen Leitfaden wurde deutlich, dass sich die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft, das heißt von unvermeidbaren Umweltauswirkungen eines Vorhabens, in Russland fast ausschließlich auf Ausgleichszahlungen an die zuständige Behörde beschränkt. Oft mangelt es zudem an fachlichem Know-how und effizienten Methoden zur Ermittlung des Kompensationsbedarfs und entsprechender Maßnahmen.

Projekt

Ziel des Beratungshilfeprojektes war es, allen Beteiligten einer ökologischen Begleitung von Bauvorhaben in Russland deutsche und internationale Kompensationsansätze zu vermitteln. Neben der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) liefert die deutsche naturschutzfachliche Eingriffsregelung (ER) ein breites Spektrum an Methoden. In einem neuen russischsprachigen Leitfaden entwickelten die deutschen und russischen Projektpartner Empfehlungen zur Verbesserung des russischen Instrumentariums und zur Optimierung der Praxis. Der Schwerpunkt lag auf biodiversitätsrelevanten Eingriffen. Die Projektpartner stellten dazu auch geeignete deutsche und internationale methodische Arbeitshilfen und Leitfäden vor. Sie erprobten einzelne Methoden an verschiedenen Fallbeispielen in Russland.

Mit dem Leitfaden wurden fachliche Standards gesetzt und in der russischen Praxis stärker berücksichtigt. Die geplante englische Übersetzung machte ihn auch in UN-ECE- und Transformationsstaaten einsetzbar.

Förderung

Bundesumweltministerium (BMU), Umweltbundesamt (UBA), Bundesamt für Naturschutz (BfN)

www.ioer.de

Laufzeit

12/2010 - 05/2013

Ansprechpartnerin

Univ.-Prof. Dr.-Ing.
Wolfgang Wende

Tel. +49 (0) 351 46 79 242
W.Wende[im]ioer.de

Programm

Beratungshilfeprogramm des Bundesumweltministeriums (BMU)

Förderkennzeichen (FKZ):
380 01 257

 

Partner Deutschland

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.;

HHP Hage+Hoppenstedt Partner

 

Partner Russland

Institut für Geografie der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften, Irkutsk;

Ministerium für Naturressourcen und Ökologie der Russischen Föderation, Moskau