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Transeuropäisches Wissensnetzwerk gegründet - Bergbaustädte aus Mitteldeutschland und Tschechien initiieren europaweiten Erfahrungsaustausch

29. Oktober 2004

Durch gemeinsame Anstrengungen in ganz Europa sollen die Chancen von Bergbaustädten im Strukturwandel am Ende des Bergbaus im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verbessert werden. Dazu zählen z. B. Maßnahmen des Wissens- und Erfahrungsaustausches bei der Sanierung und Entwicklung von Bergbaustädten und -regionen sowie der Aufbau einer zentralen Informations- und Dokumentationsstelle. Das neu gegründete Netzwerk der mittel- und osteuropäischen Bergbaustädte ist hierfür eine geeignete Plattform. Es entstand aus dem von der EU geförderten Projekt READY (Rehabilitation and Development in Mining Regions). Initiiert haben das Netzwerk die Städte Chodov (Tschechien), Gräfenhainichen, Oelsnitz/Erzgebirge und Zwickau (Deutschland). Alle interessierten Bergbaustädte, Institutionen sowie Forschungseinrichtungen werden aufgerufen, sich dem Netzwerk anzuschließen, um gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

In dem Vorhaben READY haben sich 20 Bergbaustädte und -regionen aus Mittel- und Südosteuropa (Bulgarien, Deutschland, Italien, Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien), das Sächsische Innenministerium, zwei wissenschaftliche Institute, darunter das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), und eine Entwicklungsgesellschaft zusammengeschlossen. Unter Leitung der erzgebirgischen Stadt Oelsnitz werden Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Strategien für einen erfolgreichen Strukturwandel entwickelt.

Viele Bergbaustädte haben vom Mittelalter bis in die heutige Zeit durch ihren Bergbau für wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand gesorgt. Der Preis dafür sind vielerorts großflächige Umweltschäden und wirtschaftliche Monostrukturen, heute beides große Hindernisse für einen nachhaltigen Strukturwandel. Davon betroffen sind zahlreiche Städte und Regionen Europas, in Mitteldeutschland z. B. Oelsnitz, Gräfenhainichen, Hartenstein, Johanngeorgenstadt, Lugau, Schlema, Schöneck, Zwickau.

?Wenn wir zusammenarbeiten, können wir unsere Probleme besser lösen? sagte Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann. Dazu sind Netzwerke notwendig. ?In Netzwerken finden Lernprozesse statt, die den Beteiligten helfen, alte Probleme mit neuen Lösungswegen anzugehen. Das Netzwerk der mittel- und osteuropäischen Bergbaustädte ist hierfür eine geeignete Plattform?, so Prof. Bernhard Müller, Direktor IÖR. Die Gründungsveranstaltung fand am 29. Oktober 2004 auf der EUREGIA in den Hallen der Leipziger Messe statt.

Die Stadt Oelsnitz konnte bereits in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit Kooperationsprojekten sammeln. ?Wir können etwas bewegen. Deshalb engagieren wir uns?, sagte Hans-Ludwig Richter Bürgermeister Oelsnitz.

Das IÖR ist verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Projektes. Das Institut stellt die Dokumentation, Aufbereitung und Bewertung der Erfahrungen in den Städten sicher. Es kann dabei auf umfassende Erfahrungen mit europäischen Netzwerken zurückgreifen, u. a. koordiniert es bereits seit über zehn Jahren ein Netzwerk raumwissenschaftlicher Institute in Mittel- und Osteuropa.

Weitere Informationen:
Projektverantwortlicher:
Hans-Ludwig Richter, Bürgermeister
Stadtverwaltung Oelsnitz/Erzgeb.
Rathausplatz 1
09376 Oelsnitz/Erzgeb.
Telefon: 037298/38-0
Fax: 037298/38-33
www.oelsnitz-erzgeb.de

Fachlicher Ansprechpartner:
Dr. Peter Wirth
E-Mail: P.Wirth@ioer.de
Tel.: +49 / (0)351 / 46 79 232