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Dresdner Wissenschaftler bei der UN Kommission für die wirtschaftliche Entwicklung Lateinamerikas in Chile

26. Oktober 2004                       

Vom 13. bis 15. Oktober 2004 fand eine Internationale Konferenz zu ?Regional Government and Metropolitan Territory: The International Experience and the Challenge for Chile? in Santiago de Chile statt. Ziel war der Austausch von nationalen und internationalen Erfahrungen über die zukünftige Rolle wachsender Metropolregionen im Angesicht der Globalisierung, über Steuerungsformen und -fähigkeiten von Metropolen und ihrer Regionen sowie über ökonomische und soziale Entwicklungspfade. Besonderes Augenmerk lag auf den Problemen der Metropolregion de Santiago de Chile und seiner zukünftigen Rolle in einer globalisierten Welt. An der Veranstaltung beteiligte sich das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR).

Über ?Metropolitan government and tendencies of governance in Chile and Europe? sprach Prof. Dr. Bernhard Müller, Direktor des IÖR. ?Regionale Zusammenarbeit ist eine wichtige Voraussetzung in Metropolregionen, um mit den wachsenden Herausforderungen der Globalisierung fertig zu werden und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Metropolregionen brauchen daher weltweit kooperationsbereite Politiker und funktionsfähige Kooperationsstrukturen,? so der Dresdner Wissenschaftler Müller bei der UN-Kommission für die wirtschaftliche Entwicklung Lateinamerikas (CEPAL) in Santiago de Chile.

Auf der Konferenz wurden Best Pratice Modelle, neue Ansätze und Innovationen für die weitere Entwicklung der Metropolregion von Santiago de Chile vorgestellt und diskutiert. Müller wies auf die Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit und der Bildung von Netzwerken zwischen privaten und öffentlichen Institutionen und Unternehmen hin. Internationale Erfahrungen zeigen, dass durch vertrauensbasierte Netzwerke auf regionaler Ebene die Rahmenbedingungen für eine Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen geschaffen werden können.  Um global zu bestehen, bedürfe es auch für den Großraum Santiago de Chile einer daran orientierten strategischen Diskussion und Entwicklung. Dazu müsse aber der politische Wille vorhanden sein, regional zu denken und zu handeln sowie alle Sektoren der Gesellschaft einzubeziehen.

Die Veranstaltung wurde von vier Partnern durchgeführt: dem ?Chilenisch-Deutschen Universitätsnetzwerk zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet für Raumordnung?, der Metropolregion de Santiago de Chile, der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie von der Comisión Económica para America Latina, die UN-Kommission für die wirtschaftliche Entwicklung Lateinamerikas (CEPAL).

Ziel des Chilenisch-Deutschen Universitätsnetzwerkes zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet für Raumordnung ist es, wichtige Impulse für eine Verbesserung der Planung in den Bereichen Raumordnung, Umweltmanagement und Regionalentwicklung in Chile zu geben. Besonderes Augenmerk liegt auf der metropolitanen Entwicklung der Hauptstadt Santiago de Chile, auf dem Küstenzonenmanagement sowie der ländlichen Regionalentwicklung in Mittel- und Südchile. Im Netzwerk sind vier chilenische Universitäten aus Santiago de Chile, Valdivia und Concepión vertreten. Auf deutscher Seite beteiligen sich neben dem Raumwissenschaftlichen Kompetenzzentrum Dresden und dem IÖR zwei Universitäten ? die TU Berlin und die Universität Dortmund. Bei der Konferenz wurde auch das neueste Buch des Netzwerkes vorgestellt. Der Titel lautet ?Ordeniamento Territorial Regiones. Activas y Capacidades Locales.?