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NATO unterstützt Vorbereitungen auf weitere Extremhochwasser

8. Oktober 2004

Vom 6. bis 10. Oktober 2004 treffen sich 45 Wissenschaftler aus 14 Staaten in Ostrov u Tise an der deutsch-tschechischen Grenze, um sich über die Entstehung, Vorhersage und das Management von Hochwasserereignissen auszutauschen. Behandelt werden langjährige Trends extremer Abflüsse, die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften und Vorsorgemöglichkeiten. Die Veranstaltung unter dem Titel ?Flood Risk Management - Hazards, Vulnerability, Mitigation Measures? wird von der NATO finanziert. Die Allianz sieht eine große Bedeutung von Hochwasser für die Sicherheit der Zivilbevölkerung. Veranstalter sind das Dresden Flood Research Center, welches vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) mitbegründet wurde, DHI Hydroinform aus Prag und das National Water Research Institute Burlington, Kanada.


Für den Umgang mit Hochwasser sind historische Untersuchungen der Auftretenswahrscheinlichkeit, die computergestützte Simulation von Regen und Abflüssen sowie die Schadensentstehung entscheidend. Mit diesen Erkenntnissen werden wirksame Vorsorgemaßnahmen und Informationsinstrumente entwickelt. Adressaten der Forschung sind sowohl Experten als auch die Öffentlichkeit. Da Hochwasser weder an Gemeinde-, Länder- noch an internationalen Grenzen halt macht, kommt außerdem der grenzüberschreitenden Kooperation eine besondere Bedeutung zu. Zu all diesen Fragen des Hochwasserrisikomanagements liegen in den NATO- und Partnerstaaten unterschiedliche Erkenntnisse vor.

Erste Ergebnisse der Veranstaltung zeigen, dass durch den Klimawandel mit einer Zunahme extremer Niederschläge zu rechnen ist. Neben der Reduzierung der Emission von Treibhausgasen besteht deshalb ein Bedarf zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Hochwasserrisiken. Dafür stehen mittlerweile innovative Computermodelle zur Wettervorhersage und zur Berechnung von Wasserständen zur Verfügung. Die Vorhersagezeiträume und Modellunsicherheit sind aktuell wichtige wissenschaftliche Themen. Darüber hinaus sind neue Wege zur Erhöhung des Risikobewusstseins der Bevölkerung zu erproben, so Jochen Schanze, Wissenschaftlicher Koordinator des Dresden Flood Research Centers und tätig am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V., Dresden. Der Mensch ist der entscheidende Einflussfaktor von Hochwasserkatastrophen. Neben der gesellschaftlichen Vorsorge ist auch die individuelle Vorbereitung zu verbessern. Im Katastrophenfall sollen dadurch weniger Menschenleben gefährdet und weniger Privateigentum und Infrastruktur beschädigt werden.