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READY for Future - Mitteldeutsche Bergbaustädte packen ihre Zukunft im europäischen Verbund an

15. Juni 2004

In der Vergangenheit waren sie bedeutende wirtschaftliche Zentren. Doch heute befinden sich viele ehemalige Bergbaustädte in der Krise. Denn großflächige Umweltschäden und wirtschaftliche Monostrukturen erweisen sich als die größten Hindernisse für einen nachhaltigen Wandel in den meisten Bergbauregionen. Typisch sind eine begrenzte Innovationsfähigkeit der Branchen und ein negatives Image bei Investoren. Besonders für kleine und mittlere Bergbaustädte ergeben sich daraus erhebliche Entwicklungshemmnisse. Davon betroffen sind auch zahlreiche Städte in Mitteldeutschland, wie Oelsnitz, Graefenhainichen, Johanngeorgenstadt, Lugau, Schlema, Schöneck, Zwickau. Die EU unterstützt Vorhaben zur Sanierung und Entwicklung solcher Gebiete, so auch das Projekt READY (Rehabilitation and Development in Mining Regions). Verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts ist das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR).

Ziel von READY ist es, Konzepte für die Sanierung und Entwicklung von Bergbaustädten zu entwickeln und mit der Umsetzung erster Projekte zu beginnen. Ein internationaler Erfahrungsaustausch von 20 Bergbaustädten aus sieben Ländern soll dieses Ziel unterstützen. Am 15. und 16. Juni 2004 fand der Auftaktworkshop von READY in der Stadt Oelsnitz statt. Mit diesem internationalen Treffen von Bürgermeistern aus den Projektstädten und Wissenschaftlern wurde das Projekt offiziell gestartet. Der Direktor des IÖR, Prof. Dr. Bernhard Müller, erläuterte auf der Grundlage von Erkenntnissen aus vorangegangenen Projekten die Chancen durch Kooperationen. ?Ehemalige Bergbaustädte brauchen Unterstützung?, sagte Müller. ?Diese kann aber nur wirksam werden, wenn die Städte selbst aktiv sind, Ideen entwickeln und ihre Probleme anpacken. Im europäischen Verbund ist dies Erfolg versprechender, als wenn jeder es alleine versuchen würde?.

Unter dem Dach des Projekts haben sich 20 Bergbaustädte und -regionen aus Mittel- und Südosteuropa (Bulgarien, Deutschland, Italien, Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien), das Sächsische Innenministerium, zwei wissenschaftliche Institute und eine Entwicklungsgesellschaft zusammengefunden. Eine wichtige Aufgabe des bis Ende 2006 laufenden Projekts besteht darin, gemeinsam Strategien für einen erfolgreichen Strukturwandel zu beraten und Erfahrungen auszutauschen. Welche Kooperationsformen bieten sich an? Wie können Projekte finanziert werden? Wie lassen sich Bergbausanierung und Stadtentwicklung verknüpfen? Wie saniert man am besten ökologische Altlasten?

Die Verantwortung für das Projekt liegt bei der Stadt Oelsnitz. Grundlage dieses Engagements sind die positiven Erfahrungen mit solchen Kooperationsprojekten in vorangegangenen Projekten. Verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts ist das IÖR. Das Institut stellt die Dokumentation, Aufbereitung und Bewertung der Erfahrungen in den Städten sicher. Dies ermöglicht auch die Übertragung der Erkenntnisse auf andere Regionen in Europa.

Das IÖR verfügt über umfangreiche Erfahrungen beim Umbau alter Industrieregionen. Ein Beispiel hierfür ist das bereits abgeschlossene EU-Projekt FOCUS (The Future of Industrialised Cities and Regions Undergoing Structural Changes). Dabei konnte mit der ?Leipziger Erklärung? ein Programm verabschiedet werden, das als politische Orientierung für den Strukturwandel alter Industrieregionen gilt.

Projektverantwortlicher:
Herr Hans-Ludwig Richter, Bürgermeister
Stadtverwaltung Oelsnitz / Erzgeb.
Rathausplatz 1
09376 Oelsnitz/ Erzgeb.
Telefon: (037298) 38-0
Fax: (037298) 38-33

Fachlicher Ansprechpartner:
Dr. Peter Wirth
E-mail: P.Wirth@ioer.de
Tel.: (0351) 46 79-232