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Erste internationale Konferenz zu Gewässern in der Stadt

27. September 2005

Vom 21. bis 24. September fand in Dresden die ?Urban River Rehabilitation 05? statt. Wissenschaftler und Planer aus insgesamt 18 Ländern diskutierten neue Ansätze zur Sanierung und Gestaltung von Flüssen und Bächen in ihrem urbanen Umfeld. Im Mittelpunkt stand die Frage, inwieweit die ökologische Bedeutung von Gewässern mit den ästhetischen, sozialen und ökonomischen Ansprüchen in Städten in Einklang gebracht werden kann. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Lehrstuhl für Landschaftsbau der Technischen Universität Dresden und dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts ?URBEM? durchgeführt.

In über 50 Vorträgen wurden innovative Methoden zur ökologischen Zustandserfassung, zur ästhetischen Bewertung und zum Monitoring von Gewässerveränderungen vorgestellt. Außerdem sind Ideen zum Design ganzer Stadtlandschaften, naturbetonte Sanierungstechniken sowie neue Wege einer umfassenden Einbeziehung der Bevölkerung aufgezeigt worden. Anlass für die Untersuchungen und Fallbeispiele aus Afrika, Asien, Australien, Europa und Nord-Amerika sind durchwegs erhebliche Beeinträchtigungen der Gewässer. Diese führen häufig zum wirtschaftlichen und sozialen Abstieg der benachbarten Stadtquartiere.

Das IÖR präsentierte eine weltweit erste Studie über den Stand von Wissenschaft und Technik auf dem Gebiet der Sanierung und Entwicklung von städtischen Gewässern. In 11 Ländern wurde in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Landschaftsbau der TU Dresden sowohl abgeschlos-sene als auch laufende Vorhaben untersucht. Danach zeigt sich, dass viele Vorhaben primär zur Verbesserung der ökologischen Verhältnisse initiiert werden. Tatsächlich führen sie zumeist zu einer nennenswerten Aufwertung der urbanen Lebensqualität weit über die Gewässer hinaus. Diese Effekte können bisher aber nur zum Teil erfasst werden.   

Für Forschung und Stadtentwicklung hat die Konferenz deutlich gemacht, dass die künftigen Herausforderungen in einer sinnvollen Verbindung von ökologischen Funktionen und gesellschaftlichen Ansprüchen liegen. Jochen Schanze vom IÖR und einer der beiden Leiter der Konferenz meinte dazu: ?Die Rehabilitation urbaner Gewässer kann ein Paradebeispiel dafür sein, wie vielfältige Belange von Ökologie, Ästhetik, Freizeit und Erholung, wirtschaftliche Prosperität und Hochwasserschutz zusammengeführt werden können.? Erste Ansätze hierfür sind bei der Veran-staltung aufgezeigt worden. Sämtliche Kurzfassungen der Vorträge liegen in einem Tagungsband vor.