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ENLARGE-NET: Folgen der EU-Erweiterung für die Region Sachsen - Niederschlesien - Nordböhmen

30. April 2004

Die EU-Osterweiterung ist vor allem für die Bevölkerung an der jetzigen EU-Außengrenze mit Ängsten verbunden. Die administrativen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Erweiterung beinhalten jedoch auch Chancen für grenznahe Regionen. Um diese zu nutzen und im Wettbewerb mit anderen Regionen besser bestehen zu können, ist es nötig, der Erweiterung offensiv zu begegnen und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen beiderseits der heutigen EU-Außengrenze zu intensivieren. Das trinationale Projekt Enlarge-Net verfolgt das Ziel, die Chancen der EU-Osterweiterung für eine Kooperation von Behörden und anderen regionalen Akteuren zu fördern. Weiterhin zielt das Projekt darauf, Strategien im Hinblick auf die EU-Osterweiterung zu erarbeiten und der Bevölkerung die vorhandenen Möglichkeiten aufzuzeigen. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) begleitet dieses vom Europareferat der Landeshauptstadt Dresden koordinierte EU-Projekt wissenschaftlich.

Die Stadt Dresden besitzt durch die Nähe zu den EU-Beitrittskandidaten Tschechien und Polen einzigartige Voraussetzungen dafür, sich zu einer Drehscheibe zwischen West und Ost zu entwickeln. Kommunale und regionale Verwaltungen sowie weitere Akteure aus den Regierungsbezirken Dresden und Chemnitz, aus der Woiwodschaft Niederschlesien und aus den drei tschechischen Bezirken Ústecký kraj, Liberecký kraj und Karlovarský kraj suchen gemeinsam nach Möglichkeiten zur Vertiefung der Zusammenarbeit.

Den Kern des Projekts bilden fünf Arbeitsgruppen in den Fachbereichen Personalentwicklung/Verwaltungsmodernisierung, Soziales/Migration, Infrastruktur/Verkehr/Regionalplanung, Umwelt/Katastrophenschutz und Wirtschaft/Tourismus. Jede Arbeitsgruppe trifft sich zu vier grenzüberschreitenden Workshops, bei denen Situations- und Bedarfsanalysen, aber vor allem auch gemeinsame Leitbilder und Ziele erarbeitet werden.

Im Laufe des Projekts entstehen ein dreisprachiges Internet-Portal, diverse Broschüren sowie eine Reihe konkreter Folgeprojekte in den verschiedenen Fachbereichen. Dadurch sollen langfristig touristische, wirtschaftliche und soziale Aktivitäten, wie z. B. grenzüberschreitender Hochwasserschutz, gefördert werden.

Ansprechpartner zum Projekt:
Dr. Markus Leibenath
E-Mail: M.Leibenath@ioer.de