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HQE²R - Nachhaltige Gebäudesanierung für nachhaltige Stadtteile

29. April 2004

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) beteiligte sich an einem europäischen Projekt zur nachhaltigen Entwicklung von Stadtgebieten, das jetzt abgeschlossen wurde Betrachtet wurden 13 Fallstudienstädte aus sieben europäischen Ländern, neben Deutschland, Großbritannien und Frankreich auch Dänemark, die Niederlande, Italien und Spanien.
 
Das Projekt "HQE²R - Nachhaltige Gebäudesanierung für nachhaltige Stadtteile" verfolgte zwei Hauptziele: Einmal die Entwicklung eines europaweit anwendbaren methodischen Rahmens für eine nachhaltige Entwicklung von städtischen Teilräumen, zum anderen die Ableitung konkreter Handlungsoptionen für die beteiligten Städte. Dabei ging es insbesondere darum, die Bügerbeteiligung zu stärken, die lokale Umweltqualität zu verbessern, ein vielfältiges Angebot an Wohnraum und Infrastruktur für unterschiedliche Bevölkerungs- und Nutzungsgruppen zu gewährleisten sowie Identitätsbildung und soziale Netze zu stärken.

Auch die Stadt Dresden beteiligte sich an dem Forschungsvorhaben. Der Dresdner Stadtteil Löbtau am westlichen Rand des Dresdner Zentrums kann auf enorme Sanierungsfortschritte in den letzten Jahren bei den Gebäuden verweisen. Hohe Fluktuation bei Zu- und Wegzug in diesem Stadtteil führte allerdings dazu, dass es weniger Möglichkeiten zur Entwicklung einer eigenständigen Identität und sozialer Netze gab. Von Bedeutung für Löbtau ist es daher, die Verbesserung der Wohnsituation in eine im breiteren Sinne nachhaltige Entwicklung des Stadtteils zu überführen, in der soziale, umweltbezogene und ökonomische Ziele Hand in Hand gehen.

Für Löbtau wurden im Rahmen des Projektes verschiedene Entwicklungsszenarien erstellt. Diese wurden auf ihren Nutzen für eine nachhaltige Entwicklung getestet. Seit der Elbe-Flut 2002 sind Schadensbehebung und Hochwasserschutz wichtige Themen der Stadtentwicklung auch im Projektgebiet, das direkt an die Weißeritz, einem Nebenfluss der Elbe, angrenzt. Die Ergebnisse der Szenariodiskussion legen nahe, diese Aufgaben mit Maßnahmen der Verkehrsentwicklung (Lärmschutz) und der Freiraumentwicklung zu verbinden. Diese Aufgabenfelder haben sich (unter anderen) für alle Szenarien als wesentliche Handlungsfelder erwiesen.

Ansprechpartner zum Projekt:
Andreas Blum
Tel.: (03 51) 46 79-245
E-Mail: A.Blum[im]ioer.de