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Visionen für die Stadtentwicklung Dresdens

22. Juni 2005

Wenn im kommenden Jahr das 800jährige Jubiläum der Stadt Dresden gefeiert wird, ist dies nicht nur ein Anlass auf die abwechslungsreiche Geschichte der sächsischen Landeshauptstadt zurückzublicken. Es stellt sich auch die Frage nach der Zukunft Dresdens in den kommenden Jahrzehnten. Mit Visionen für Dresden im Jahr 2056 beschäftigt sich die "ZukunftsWerk Stadt Dresden", einer von 16 Themenbereichen des Stadtjubiläums. Insgesamt stehen 360.000 Euro für Projekte und Infrastruktur zur Verfügung. Aus den rund 50 eingereichten Projektvorschlägen wurde ein Großteil am 25.05.2005 durch die Steuerungsgruppe der "ZukunftsWerk Stadt Dresden" ausgewählt. Dieser Tage werden die verbindlichen Zusagen an die Vorhabensträger versandt.

Zwei Projekte des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung e.V. (IÖR), gehören dazu. Sie befassen sich speziell mit der nachhaltigen Stadtentwicklung Dresdens.

Das erste Projekt ist das europäische Forschungsvorhaben LUDA (Large Urban Distressed Areas). Das Projekt unter Federführung des IÖR in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt Dresden hat sich zum Ziel gesetzt, Methoden und Instrumente für bisher benachteiligte Stadtgebiete zu entwickeln. Damit soll u. a. die Lebensqualität und der Zustand des Wohnumfeldes im Dresdner Weißeritzgebiet verbessert werden. Für die Jahre 2005 und 2006 sind mehrere offene Workshops und eine internationale Konferenz geplant.

Das zweite Projekt ist das Austauschprogramm mit der Partnerstadt Columbus, Ohio, des Lehrstuhls für Raumentwicklung der TU Dresden mit Unterstützung des IÖR. Passend zum Stadtjubiläum kann das Austauschprogramm im Jahr 2006 sein 10jähriges Bestehen feiern. Im Mittelpunkt des Projektes steht deshalb das Stadtjubiläum mit dem Thema ?Umbruch und Aufbruch in der Stadtentwicklung ? Stadt und Lebensgeschichten aus Dresden und Columbus?. Dazu ist u. a. eine Ausstellung mit Joyce Rosner geplant. Die in Dresden lebende amerikanische Architektin fokussiert in ihren Zeichnungen die oft übersehenen ornamentalen und individuellen Details von Gebäuden ? wie z. B. Darstellungen von Personen.

Professor Bernhard Müller vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung betonte, wie wichtig Initiativen in Form der "ZukunftsWerk Stadt" für die Stadtentwicklung seien. Hier werden Möglichkeiten zur Zusammenarbeit von Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen geschaffen und innovative Wege beschritten. Die "ZukunftsWerk Stadt" biete die Möglichkeit, Bürger, Unternehmen und Vereine für eine langfristig nachhaltig orientierte Stadtentwicklung zu motivieren. Gerade das öffentliche Interesse an Dresdens Stadtjubiläum könne dazu anregen, nicht nur zurückzuschauen, sondern sich auch mit Fragen der Zukunft der Stadt Dresden zu beschäftigen. Dabei sei allerdings auch zu fragen, wie die Ergebnisse später in die Verwaltung und Stadtplanung einfliesen können.