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Chilenisch-Deutsches Netzwerk für Raumordnung gegründet

3. September 2002

Im Rahmen der breit angelegten Dezentralisierung und Demokratisierung der chilenischen Gesellschaft und Verwaltung wurde am 3. September 2002 das ?Chilenisch-Deutsche Universitätsnetzwerk zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet für Raumordnung? gegründet. Ziel des Netzwerkes ist es, wichtige Impulse für eine Verbesserung der Planung in den Bereichen Raumordnung, Umweltmanagement und Regionalentwicklung in Chile zu geben. Besonderes Augenmerk liegt auf der metropolitanen Entwicklung der Hauptstadt Santiago de Chile, auf dem Küstenzonenmanagement sowie der ländlichen Regionalentwicklung in Mittel- und Südchile. Der fachliche Austausch wird durch gemeinsame Forschung, Lehre und Umsetzung gefördert.


Auf einer internationalen Tagung zur Gründung des Netzwerkes an der Universidad de Concepión waren u. a. der Ministerpräsident der Region Jaime Tohá sowie die Rektoren der beteiligten Universitäten vertreten. Professor Bernhard Müller nahm als Mitglied des Raumwissenschaftlichen Kompetenzzentrums der TU Dresden sowie als Direktor des Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) an der Tagung teil. Er wies darauf hin, dass das neue Netzwerk auf dem freiwilligen Engagement der Kooperationsbereitschaft und dem Vertrauen aller Beteiligten aufbaue. ?Das Chilenisch-Deutsche Netzwerk ist ein Projekt der Gegenseitigkeit?, sagte Müller.

Die Initiative für das Netzwerk ging von der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (gtz) aus. Die gtz führt in Chile gegenwärtig vier Projekte zur Raumplanung in verschiedenen Regionen durch. Im Netzwerk sind vier chilenische Universitäten aus Santiago de Chile, Valdivia und Concepión vertreten. Auf deutscher Seite beteiligen sich neben dem Raumwissenschaftlichen Kompetenzzentrum Dresden und dem IÖR, zwei Universitäten ? die TU-Berlin und die Universität Dortmund.

Um die Ziele des Netzwerkes zu erreichen, werden neue Kurse zur Raumordnung an den chilenischen Universitäten eingerichtet. Zwei Kurse laufen bereits. Planungsrelevante Themen werden in andere Fächer integriert sowie Instrumente der Raumanalyse und Steuerung räumlicher Entwicklung weiterentwickelt. Für 2003 ist eine weitere Fachkonferenz in Valdivia in Chile zum Thema Dezentralisierung und Regionalentwicklung geplant.