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Zukunft Wohngebiet

20. November 2000

Fragen der nachhaltigen Entwicklung sind bisher auf der Ebene von Wohngebieten kaum diskutiert worden. Experten stellten bei einer Fachtagung "Zukunft - Wohngebiet" vom 16. bis 17. November 2000 in Dresden insbesondere die Bedeutung der Gestaltung bestehender Entwicklungsprozesse heraus. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts "Nachhaltige Entwicklung des Wohnungsbestandes in sächsischen Groß- und Mittelstädten" (NAWO) durchgeführt. Im NAWO-Projekt zeigt ein Forschungsverbund unter Federführung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) Entwicklungsszenarien ausgewählter Wohngebiete unter ressourcen- und nutzungsorientierten Aspekten auf. Die jetzige Fachtagung diente der Diskussion von Zwischenergebnissen des Projekts.

Die Konkretisierung des Nachhaltigkeitskonzepts für die Wohngebietsentwicklung darf nach Meinung von Wissenschaftlern und Praktikern nicht durch vorgefertigte Leitbilder eingeengt werden. Es gibt keinen Prototyp für ein nachhaltiges Wohngebiet. Die Entwicklung von Wohngebieten muss als fortlaufender Prozess verstanden werden, der viele Optionen zulässt. Dieser sollte im Miteinander von allen Beteiligten, insbesondere auch der Bewohner, gestaltet werden. Als nachhaltig gilt dieser Prozess dann, wenn er ergebnisoffen abläuft, korrigierbar ist und von ständigem Weiterlernen begleitet wird.

In der Abschlussdiskussion plädierten die Experten für eine neue Kultur bei der Kommunikation der Planung von Wohngebietszukünften. Planer und Sozialwissenschaftler sollen sich dabei stärker auf eine breite Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung von Wohngebieten einlassen. Dies ist der Preis für eine breite Akzeptanz der Zukunftsbilder. Anders ist eine nachhaltige Entwicklung von Wohngebieten nicht zu realisieren.

Ansprechpartner im IÖR:
Clemens Deilmann, Tel.: +49 (0)351 46 79 251